News

Aktuelles über den DNP

Aktuelle News und Informationen

News vom

Botschafterin der Hoffnung

Jane Goodall erhält den Ehrenpreis des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2017 für ihr jahrzehntelanges Engagement für den Umwelt- und Artenschutz. Mit ihrem unermüdlichen Schaffen steht Goodall als außerordentliches Beispiel dafür, welche positiven Veränderungen ein einziger engagierter Mensch bewirken kann. Seit 50 Jahren lebt sie für den Erhalt der Vielfalt auf diesem Planeten und lebt es selbst vor, authentisch, glaubwürdig und überzeugend.

 

Foto: Richard Ladkani

Jane Goodalls Lebensgeschichte und Lebenswerk ist ebenso eine Geschichte der Nachhaltigkeit und reicht zurück auf eine Zeit vor dem Begriff. Die britische Primatenforscherin begann 1960 das Verhalten von Schimpansen im Gombe-Stream-Nationalpark in Tansania zu untersuchen. Dort beobachtete sie erstmals Werkzeugherstellung, deren Gebrauch und Kriegsführung bei den Menschenaffen. Ihre Erkenntnisse, dass Primaten intelligente Wesen mit eigenem Willen, Motiven und Gefühlen sind, revolutionierten die Naturwissenschaft. Neben der herausragenden inhaltlichen Relevanz war auch die Forschungsmethodik Jane Goodalls wegweisend: sie legte den Fokus auf eine umfassende Beobachtung der Schimpansen und entdeckte dadurch Details, die einer streng wissenschaftlichen Herangehensweise entgangen wären. Sie war außerdem eine der ersten Forscherinnen, die den von ihr beobachteten Tieren keine Nummern, sondern Namen gab. Ihre bahnbrechende Forschungsarbeit im heutigen Gombe Nationalpark in Tansania dauert bis heute an und ist mittlerweile die am längsten dauernde – und damit nachhaltige – Freilandforschung überhaupt.

Nachdem Goodall über zwei Jahrzehnte das Verhalten der engsten Menschenverwandten studiert hatte, erfuhr sie 1986 auf einer Konferenz, dass Menschenaffen durch die Abholzung des afrikanischen Urwalds und Jagd stark bedroht waren. Sie beschloss daraufhin, ihre Feldstudien zu beenden und sich zukünftig für den Erhalt der Umwelt und das Leben der Schimpansen einzusetzen.

Seither reist Goodall als Öko- und Friedensaktivistin rund um den Globus, um Menschen für den Schutz von Tieren und der Umwelt zu gewinnen. 1977 gründete sie das Jane Goodall Institute, welches sich heute in 30 Ländern für den respektvollen Umgang mit Menschen, Tieren und der Natur einsetzt. Neben den Methoden zeitgemäßen Naturschutzes, Monitoring, Wiederaufforstung und innovativsten Methoden in Kooperation mit Google und NASA umfasst die Arbeit des Instituts nach wie vor Zugang zu Bildung, Gesundheit, Aidsaufklärung, Armutsbekämpfung und nachhaltige Agrarwirtschaft.  Gemeinsam mit Schülern in Afrika rief Goodall 1991 das Kinder- und Jugendprogramm „Roots & Shoots“ ins Leben. Heute existieren mehr als 10.000 Gruppen in über 100 Ländern, die sich mit kleinen und größeren Umwelt- und Sozial-Projekten für eine bessere Welt engagieren. Goodall selbst bezeichnet „Roots & Shoots“ neben dem Schutz der Schimpansen als ihre wichtigste „Legacy“ und wurde dafür von Kofi Annan zur UN-Friedensbotschafterin ernannt: „Es ist nicht nur notwendig, dass die Menschen aufhören, sich gegenseitig zu bekämpfen. Sie müssen auch aufhören, ihre Umwelt zu zerstören!”, so ihr Credo.

Jane Goodall wurde berühmt als Primatenforscherin und gilt heute als eine der bedeutendsten Kämpferinnen für Umwelt- und Artenschutz. Sie ist nicht nur Mahnerin, sondern Botschafterin der Vision, dass der Planet noch nicht verloren ist. Die Entwicklung der Arbeit Jane Goodalls von reinem Artenschutz über den Biotopschutz bis zu Modellen innovativer Strukturförderung („community based conservation“) kann als Lehrbeispiel der Bedeutung vernetzten Denkens dienen. Die Dringlichkeit und Komplexität der Probleme lässt sie unermüdlich an mehr als 300 Tagen um die Welt reisen mit einer Botschaft der Hoffnung: „There´s still a lot left worth fighting for“.

Für ihre Arbeit erhielt sie eine Vielzahl von renommierten Preisen, unter anderem den Global 500 Award des United Nations Environment Programme (UNEP) und den spanischen Prinz von Asturien-Preis. Königin Elizabeth II. verlieh ihr 2004 den Titel „Dame Commander of the Order of the British Empire“ (DBE).