DAPhNE –
Mikrowellen im industriellen Maßstab

DAPhNE – Mikrowellen im industriellen Maßstab

DAPhNE – Mikrowellen im industriellen Maßstab gehört zu den Top 3
Deutschen Nachhaltigkeitspreises Forschung 2016.

Kurzbeschreibung des Projektes
Im europäischen Verbundprojekt DAPhNE (Development of adaptive ProductioN systems for Eco-efficient firing Processes) wurden zwei völlig neue Verfahren entwickelt, die die konventionellen Beheizungstechnologien von energieintensiven Prozessen der Glas-, Keramik-und Zementindustrie ersetzen können. Dank des innovativen Ansatzes wird das Material mittels Mikrowellentechnologie in einem Applikator erstmals ohne Suszeptoren erwärmt. Die Energie wird direkt in das Material übertragen, wodurch nicht nur Prozessgeschwindigkeit und Effizienz erhöht werden, sondern gleichzeitig auch die Komplexität der gesamten Anlage reduziert wird. Eine große Neuerung ist der Umstand, dass für alle fünf Materialien (Glas, keramische Fritten, Schlacken- und Portlandzement und Kaolin) der gleiche Mikrowellenofen mit minimalen Modifikationen verwendet werden kann. Damit kann das System zur Kalzination, zur Verklinkerung und zum Schmelzen eingesetzt werden. Das Projekt wurde im funktionsfähigen Demonstrator in der Praxis getestet und liefert bereits jetzt bessere Ergebnisse industrielle Anlagen gleicher Leistungsklasse: Energieeinsparungen von bis zu 50% (>90% bei keramischen Fritten) bei gleichzeitiger Reduktion klimaschädlicher Gase wie NOx, SOx und CO2 um bis zu 95%. Durch die Verwendung von regenerativen Energiequellen werden die CO2-Emissionen aus der Strom-erzeugung auf nahezu null gesenkt. 

Und weiteres Energiesparpotential durch Skalierungseffekte wird erwartet. Die hochgradige Automatisierung der Versuchsanlage mit Onlineüberwachung und Echtzeitauswertung erlaubt zudem eine Einbindung in die europäischen „Factory of the Future“-Konzepte sowie die deutschen Industrie 4.0-Bestrebungen. 

Nominierungsbegründung der Jury
DAPhNE bietet eine innovative modulare und rekonfigurierbare Lösung, um mit dem Einsatz von Mikrowellentechnologie im industriellen Maßstab „Energiefresser“ in der Glas-, Keramik- und Zementindustrie abzulösen – ein entscheidender Hebel bei der Reduktion von Energieverbrauch und CO2-Ausstoß im großen Stil und ein wichtiger Beitrag zur Wärmewende. 

Hintergrund
Die Glas-, Keramik- und Zementindustrie zählt zu den brennstoff- und stromintensivsten Sektoren; allein die Herstellung von Zement hat in Deutschland einen Energiekostenanteil an der Bruttowertschöpfung von mehr als 50 Prozent. Insbesondere wegen der äußerst energieintensiven Feuerungsprozesse ist diese Branche für einen erheblichen Verbrauch von Energie und Ausstoß von CO2-Emissionen verantwortlich. Weitere Informationen finden sie hier.

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Gut zu wissen

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