Stadt Geestland

Stadt Geestland

Die Stadt Geestland ist Deutschlands nachhaltigste Stadt mittlerer Größe 2018.

Anfang 2015 fusionierten die beiden Kommunen Langen und Bederkesa zur Stadt Geestland. Es entstand eine 356 km2 große und rund 32.000 Einwohner starke Flächenstadt, der es trotz vielschichtiger Herausforderungen gelingt, lokal, regional und global Verantwortung zu übernehmen. Dabei steht das WIR, die enge Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft, im Zentrum.

Die niedersächsische Stadt Geestland überzeugt mit bürgernahen und innovativen Maßnahmen, um den großen Herausforderungen der jungen Stadt, wie z.B. dem Zusammenschluss aller 16 Ortschaften oder der Haushaltslage, zu begegnen. Als besonders kreativ lässt sich beispielsweise das Projekt „Bürgermeister frei Haus” herausstellen, das Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, den Verwaltungschef für ein Gespräch zu sich nach Hause einzuladen. Eine Jugend-Umweltmanagerin bringt als Vertreterin der jungen Geestländer deren Sichtweisen und Argumente in Sachen Umwelt- und Klimaschutz in die städtischen Entscheidungsprozesse ein.

Als erste Kommune Deutschlands hat Geestland die Entsprechenserklärung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex in einem umfassenden fächerübergreifenden Prozess erarbeitet. Ziel ist es, die eigenen Nachhaltigkeitsleistungen zu systematisieren und zu evaluieren. Insgesamt zeichnet sich die junge Stadt durch ein sehr hohes politisches Commitment aus: Der Bürgermeister hat sich vom TÜV zum Nachhaltigkeitsmanager zertifizieren lassen; zur Verankerung der Nachhaltigkeitspolitik wurden aus verschiedenen Bereichen der Verwaltung Verantwortliche bestimmt. Die Politik hat dieses Vorgehen mit einem Beschluss untermauert. Bemerkenswert ist außerdem die Gleichberechtigung (Verhältnis 50:50) und Familienpolitik (Audit „Beruf und Familie“) innerhalb der Verwaltung.

 

Auch klimapolitisch kann Geestland punkten. So wurde die gesamte Straßenbeleuchtung auf LED-Technik umgestellt, wodurch bereits über 70 % Energie eingespart werden konnte. Im Juni 2016 hat die Stadt begonnen, die komplette Straßenbeleuchtung zusätzlich mit einer Steuerungselektronik auszustatten, um bis 2020 den Energieverbrauch um weitere 15 % zu senken. In diesem Jahr wurde im städtischen Schwimmbad eine Spülwasseraufbereitungsanlage installiert, die jährlich 12.300 m3 Abwasser und 42.000 kWh Strom einspart.

Kreativ zeigt sich Geestland im Kontext der Flüchtlingskrise, u.a. mit der Flüchtlingsfirma „Anpacken“. Geflüchtete können in dieser Firma Malerarbeiten, Möbeltransport etc. übernehmen. Außerdem produzieren sie dort Taschen aus alten Planen und Werbebannern – Upcycling, das ankommt und die Umwelt schützt. Zusätzliche Sprachkurse fördern den Integrationscharakter. Das Engagement Geestlands reicht aber auch über nationale Grenzen hinweg: Ziel der kommunalen Klimapartnerschaft mit Lesotho ist es, die Anpassung an die Folgen des Klimawandels voran-zutreiben und die Menschen im Zielland sowie in der eigenen Stadt dafür zu sensibilisieren.

Geestland zeigt eindrucksvoll, wie Nachhaltigkeit integriert gedacht sowie mit Leidenschaft und Kreativität gestaltet werden kann.  Dadurch entsteht ein Mehrwert in vielen Bereichen, wie dem Haushalt und dem Zusammenhalt in einer fusionierten Stadt. Die Jury überzeugt das Engagement der jungen Stadt und wählt Geestland zu “Deutschlands nachhaltigster Stadt mittlerer Größe 2018".

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