Berliner Stadtreinigungsbetriebe AöR (BSR)

Berliner Stadtreinigungsbetriebe AöR (BSR)

Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe AöR (BSR) gehören zu den Top 3 in der Kategorie
„Deutschlands nachhaltigste Initiative 2012“.

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) ist ein kommunales Berliner Unternehmen, das bereits seit rund 20 Jahren Berliner Haushalten die Möglichkeit bietet, biologische Abfälle als „BIOGUT“ getrennt vom Hausmüll in der Biotonne zu entsorgen. Rund 83% aller Haushalte nutzen die Biotonne inzwischen. Der daraus hergestellte Kompost wird von der Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V. zertifiziert und in der Landwirtschaft sowie im Gartenbau genutzt. Als Torfersatz kann er einen Beitrag zum Erhalt der Moore leisten.

Die BSR plant ab 2013 mit Bioabfällen durch die Entsorgung per Biogasanlage den klimaneutralen Treibstoff Biomethan zu erzeugen. Rund 2,5 Mio. Liter Diesel lassen sich dadurch pro Jahr substituieren, rechnete die BSR vor; genug, um die Hälfte der Berliner Müllsammelfahrzeuge mit Biomethan zu betanken (rund 150 Fahrzeuge). Rund 580.000 Tonnen Abfälle und damit über 60% des Müllaufkommens durch Haus- und Biomüll könnten dadurch jährlich klimaneutral gesammelt und transportiert werden. Und das ohne eine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion zu sein, wie es bei anderen Bio-Treibstoffen häufig der Fall ist. Die bei der Biogaserzeugung anfallenden Gärreste werden als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt. Anwohner und Betroffene wurden frühzeitig in das Biogasprojekt eingebunden und politische Gremien und Umweltverbände regelmäßig vom Stand der Planungen unterrichtet. Um Lärm, Gerüche oder Abgase für die Anwohner zu minimieren, wurden für die Planung der Biogasanlage sehr strenge Maßstäbe angelegt. In der Anlage wird das Biogas so aufbereitet, dass die Methanemissionen auf ein Minimum sinken. Gemessen an den Emissionen soll die Anlage die sauberste ihrer Art in Deutschland werden.

Das Gelände für die Biogasanlage West liegt mitten in einem Industriegebiet mit einer Entfernung von rund 450 Metern zu den nächsten Wohngebäuden.

Wie sich das Sammeln des Biomülls für die Haushalte möglichst einfach gestalten lässt, testete die BSR Ende 2011 durch ein Pilotprojekt: Über 21.000 Berliner Haushalte erhielten ein Testpaket mit zehn kompostierbaren Biobeuteln. Rund 80% der befragten Bürger waren mit den Tüten zur Bioabfallsammlung zufrieden. Die Menge an gesammeltem Bioabfall stieg als Folge im vierten Quartal 2011 um etwa 10% an.

Durch geringere Entgelte bei folgerichtiger Nutzung gibt die BSR zusätzlich Anreiz zur Nutzung der BIOGUTTonne sowie allgemeine Anreize zu Mülltrennung und Recycling. Dabei sind die Tarife für die einzelnen Angebote, von Grauer Tonne bis Recyclinghof, umso niedriger, je ökologischer sie sind: So kostet die BIOGUTTonne die Hälfte der Grauen Tonne, die Wertstofftonne ist kostenfrei. Höheren Kosten durch die Biogasanlage steht kostenfreier Kraftstoffbezug gegenüber, steigende Dieselpreise lassen eine Angleichung der Kosten erwarten. Kritische Vorgänge wie die tageweise Beschäftigung von Hilfskräften im Winterdienst durch die BSR schmälern aus Sicht des Assessmentteams die Nachhaltigkeitsbewertung der Initiative um BIOGUT nicht.

Mit ihrer Initiative hat die BSR ein umfassend nachhaltiges Konzept entwickelt. Die Jury würdigt daher das vorbildliche Projekt zur energetischen Abfallnutzung und Kreislaufführung durch eine Nominierung in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Initiativen“.

www.bsr.de

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