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CUBITY – energy-plus and modular future student living in Versailles/FR und Frankfurt am Main gehört zu den Top 3 des Sonderpreises „Nachhaltiges Bauen” 2015

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CUBITY ist das erste Studentenwohnheim im Plusenergiestandard. Es wurde auf einer Grundfläche von 15 mal 15 Metern von Studierenden der TU Darmstadt als experimentelles Modell für temporäres Wohnen entwickelt. Überzeugend sind das äußerst innovative Raumkonzept, die Modularität, die örtliche Flexibilität und die interdisziplinäre Zielsetzung sozialer und energetischer Suffizienz. Dadurch bietet CUBITY Adaptionspotenziale für weitere Nutzungsformen und somit andere gesellschaftliche Anforderungen wie Flüchtlingswohnen oder Wohnen im Alter.

Die konzeptionelle Idee von CUBITY folgt dem Haus-im-Haus-Prinzip. In einer von einer transluzenten Hülle umschlossenen Halle gruppieren sich sechs zweigeschossige Wohnkuben um einen zentralen Platz, dem ‚Marktplatz’. Jeder Studierende bewohnt einen privaten, in seiner Fläche bis auf das Minimum reduzierten Cube, der dem Leitmotiv des raum- und flächenoptimierten Wohnens gerecht wird. Dieses stellt den wachsenden Wohnflächenbedarf pro Person in Deutschland (derzeit 45 Quadratmeter) in Frage und verfolgt stattdessen den Ansatz der Selbstbegrenzung – zum einen räumlich, durch die Reduzierung der privaten Wohnfläche, zum anderen thermisch, durch eine intelligente klimatische Zonierung in unterschiedliche Behaglichkeitsbereiche. Damit schafft CUBITY eine neue Wohnform für Studierende mit unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten hinsichtlich thermischem Komfort, Licht sowie Akustik. Eine Zonierung (Pufferzone) ist integraler Bestandteil des Nutzungs- sowie des architektonischen Konzepts und macht die unterschiedlichen Qualitäten erfahrbar.

Großzügige Gemeinschaftsflächen setzen auf Interaktion, Kommunikation und soziale Integration, um der wachsenden Anonymität konventioneller studentischer Wohnhäuser entgegenzuwirken. Die modulare Bauweise gewährleistet die Sicherstellung eines nachhaltigen Lebenszyklus. Die aus größtenteils nachwachsenden Materialien gefertigten Bauelemente können unkompliziert rückgebaut und umgenutzt werden. Niedrige Bau- und Betriebskosten erfüllen darüber hinaus die ganzheitlich angelegte Wirtschaftlichkeitsstrategie. Im städtebaulichen Kontext vermag CUBITY Freiräume oder städtische Brachen durch Zwischennutzung temporär zu nutzen und so ökonomisch flexible Wohnlösungen zu entwickeln.

Lobenswert ist nicht nur die erfolgreiche Verbindung von hochwertiger Wohnqualität auf kleinem Raum für möglichst viele Menschen. Überzeugt hat CUBITY auch in seiner Entwicklung, der Verbindung von Forschung und Wohnraum. Die Jury würdigt den innovativen Beitrag zur Baukultur der Nachhaltigkeit des Projekts “CUBITY” mit der Wahl unter die Top 3 des DGNB Preises “Nachhaltiges Bauen”.

Bildquelle: Thomas Ott

Jurybegründung