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Der Energiebunker in Hamburg-Wilhelmsburg gehört zu den Top 3 des Sonderpreises „Nachhaltiges Bauen” 2015

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Der Energiebunker in Hamburg-Wilhelmsburg ist ein ehemaliger Flakbunker aus dem zweiten Weltkrieg, der erfolgreich zu einem nachhaltigen Energiespeicher umfunktioniert wurde. Das Gebäude steht inmitten eines ca. 1,2 Quadratkilometer großen Stadt- und Wohngebietes und ist damit direkt an die zu versorgende Infrastruktur angebunden. Der Energiebunker ist ein Projekt der Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg.

Die deutlich sichtbare 2.000 Quadratmeter große Solare Hülle auf dem Dach (1.350 Quadratmeter Solarthermie) und an der Südseite der Fassade (670 Quadratmeter Photovoltaik) sowie die leicht zugängliche und einfach zu besichtigende Technik des 2.000 Kubikmeter Wasser fassenden Energiespeichers im Inneren machen wesentliche Teile der Energiewende sichtbar. Damit versorgt der Energiebunker im Endausbau der Anlagentechnik rund 3.000 Haushalte im Quartier mit bis zu 85 % regenerativ erzeugter Wärme und ca. 1.000 Haushalte mit Strom. Dabei ist der Speicher ein Vorreiterprojekt dezentraler Energieversorgung: Er wird durch die Wärme eines biomethanbefeuerten Blockheizkraftwerks, einer Holzfeuerungsanlage, einer solarthermischen Anlage sowie aus der Abwärme eines Industriebetriebs gespeist.

Der Energiebunker genießt eine hohe Akzeptanz unter den Quartiersbewohnern, nicht zuletzt da sie umfassend in die Planungs- und Bauphase mit einbezogen wurden. Das Bauwerk bietet neben der “begehbaren” Energiezentrale mit einem Roof-Top-Café und einer Aussichtsplattform weitere Mehrwerte für Einheimische und Touristen. So ist der Energiebunker zu einem hochfrequentierten Anziehungspunkt im Stadtteil Wilhelmsburg geworden. Auch in der Architektur überzeugt die umgebaute Kriegsruine als Mahnmal und Kulturdenkmal. Der respektvolle Umgang mit der Gebäudestruktur macht sich unter anderem durch die filigran konstruierte solare Hülle im nötigen Abstand zur Gebäudekontur erkennbar.

Der Energiebunker zeigt eindrucksvoll, wie Infrastruktur einen städtebaulichen Mehrwert und Identifikation schaffen kann. Damit leistet das Bauwerk einen herausragenden Beitrag zur nachhaltigen Quartiersentwicklung. Die Jury lobt die Umprägung eines Mahnmals zu einer Großskulptur im Park, die intelligente Nutzung regenerativer Energien sowie die innovative Veranschaulichung der Energiewende und würdigt das Projekt “Energiebunker” mit der Wahl unter die Top 3 des DGNB Preises “Nachhaltiges Bauen”.

Bilquelle: Frieder Blickle für ERCO

Jurybegründung