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Die Klingenstadt Solingen ist Sieger des BMUB-Sonderpreises „PartnerStadt – Nachhaltige Infrastrukturen lokal und global“ 2016

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Die Klingenstadt Solingen (ca. 160.000 Einwohner) pflegt seit rund drei Jahrzehnten tiefgreifende internationale Beziehungen insbesondere zu den Städten Jinotega in Nicaragua und Thiès im Senegal. Im Sinne der Nachhaltigkeit sind die Zusammenarbeiten hochgradig strategisch angelegt und zeichnen sich durch Kontinuität aus. Während die intensiven Kooperationen über lange Zeit als Städtefreundschaften geführt wurden, finden sie zukünftig über formalisierte Städtepartnerschaften statt. Solingen überzeugt dabei vor allem durch die Zusammenführung der Erfahrungen mit weiteren europäischen Partnern im Rahmen von Multiakteursprojekten: Durch das Engagement der Stadt entstand aus den vormals bilateralen Beziehungen ein Netzwerk mit Akteuren aus drei Kontinenten, über das Wissen speziell zum Thema „nachhaltige Infrastruktur“ ausgetauscht wird.

Die Projekte im Rahmen beider Partnerschaften zeichnen sich durch eine hohe Breite an Maßnahmen aus und adressieren die unterschiedlichen Dimensionen der Nachhaltigkeit in ausgewogenem Maße. Trotz der Fokussierung auf die Schaffung von Infrastruktur wird das Soziale nicht vernachlässigt: So ist der Partizipationsanspruch etwa in den Projekten grundlegend verankert und es wird Wert auf Capacity Building gelegt. Mit der Stadt Thiès erarbeitete Solingen über das Projekt „50 Kommunale Klimapartnerschaften“ ein systematisches Handlungsprogramm. Darauf aufbauend wird aktuell ein dreijähriges Projekt zur Rehabilitierung der Ökosysteme in Thiès umgesetzt. Maßnahmen sind bspw. die Bepflanzung von städtischen Grünflächen, Aufforstung und Wasserschutzvorrichtungen im Bereich des Hochplateaus der Stadt Thìes sowie die Entwicklung eines innovativen Lehmofens zur Holzeinsparung. Die Zusammenarbeit mit Jinotega überzeugt durch vielfältige und gleichzeitig zusammenhängende Projekte. Beispiele dafür sind Erneuerungsmaßnahmen der Wasser- und Abwasserversorgung, die Förderung regenerativer Energieträger, bspw. durch eine Biogasanlage und Solarpaneelen an entlegenen Ortschaften, oder der Bau und die dauerhafte Unterstützung des Bildungszentrums „La Cuculmeca“, in dem Fächer wie Agrarökologie gelehrt werden.

Die durch die gemeinsamen Projekte angestoßenen Veränderungen beeindrucken in ihrer Breite. Besonders hervorzuheben ist dabei, dass es sich bei Solingens Partnerschaften nicht um einen reinen Export von Wissen und Technik handelt, sondern vielmehr jeweils alle Seiten sich einbringen und dadurch stärker profitieren. Erkenntnisse aus den Arbeiten mit Partnern werden in Solingen etwa in das regionale Klimaschutzkonzept eingebunden.

Der Klingenstadt Solingen gelingt auf beeindruckende Weise ein Austausch auf Augenhöhe, der von beharrlichem Engagement der Verwaltung, der kommunalen Unternehmen und der Bürgerschaft geprägt ist. Die Jury überzeugt der Weg zu multilateralen Nachhaltigkeitsnetzwerken auf drei Kontinenten und würdigt Solingen daher mit dem ersten Platz beim BMUB-Sonderpreis „PartnerStadt – Nachhaltige Infrastrukturen lokal und
global“ 2016.

Jurybegründung