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Fliegl Fahrzeugbau GmbH ist Sieger des Sonderpreises „Ressourceneffizienz“ 2016.

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Die Fliegl Fahrzeugbau GmbH besteht seit 1991. Das Unternehmen produziert Anhänger und Auflieger für Logistik, Spedition und Bau – Großserien ebenso wie individuelle Transportlösungen nach Kundenvorgaben. Fliegl hat seinen Hauptsitz mit 250 Mitarbeitern in Triptis/Thüringen und betreibt weitere Vertriebsstandorte im In- und Ausland.

Ressourcen- und Treibstoffeffizienz ist ein entscheidendes Element im Nutzfahrzeugbereich, um bei stetig wachsenden Transportaufkommen übergeordnete Klima- und Ressourceneffizienzziele erreichen zu können. Ressourceneffizienz ist daher auch ein wichtiges Ziel in der Nachhaltigkeitsstrategie von Fliegl. In den Unterstützungsfunktionen liegt der Fokus auf Wasser, Energie, Papier und Abfall. Mit Blockheizkraftwerken und PV-Anlagen (mehr als 4.000 Solarmodule) erzeugt Fliegl dreimal mehr Energie und Elektrizität als benötigt wird. Neu ist ein Biobrennstoff-Heizkraftwerk, das den Ölverbrauch des Unternehmens um 50% (mehrere 10.000 Liter) reduziert hat und das anfallende Abfallholz vollständig verwertet. Regenwasser wird für die LKW-Reinigung und im Sanitärbereich (z.B. WC-Spülung) genutzt. Warmwasser wird mit Solaranlagen erzeugt und mit Hilfe von Druckluftkompressoren aufbereitet. Fliegl nutzt Gebäudeisolierung (z.B. mit Sandwichelementen) zum Energiesparen und reduziert mit elektronischen Rechnungen und Cloudlösungen zusätzlich den Papierver-brauch. Ein eigener Müllpresscontainer spart pro Monat 20 LKW-Anfahrten. Im Einkauf nutzt das Unternehmen wiederverwendbare Transportgestelle und -behälter für Komponenten, die von Lieferanten bezogen werden. Lieferanten haben auf wiederverwendbare Verpackungen (z.B. Gitterboxen) umgestellt, nachdem Fliegl sie verpflichtet hatte, Entsorgungskosten für Einwegverpackungen selbst zu tragen. Der Nutzfahrzeugbauer hat den Einstieg in erneuerbare Rohstoffe geschafft und bezieht seine Siebdruckplatten aus zertifizierter, nachhaltiger EU-Forstwirtschaft. Im Kernbetrieb schließt das Unternehmen Ressourcenkreisläufe in der Produktion: Verpackungsholz wird als Brennmaterial genutzt, Bremsleitungsreste werden zu Granulat verarbeitet, das dem Kunststoffrecycling zugeführt wird, und das Hochregallager für Blechteile speist aufgewandte Energie wieder in den Kreislauf ein. In der Nutzungsphase liegt der größte Ressourceneffizienzhebel: Durch nachhaltige(s) Design und Produktkonstruktion können der Ressourcen- und Energieverbrauch der Fahrzeuge in der Nutzung entscheidend beeinflusst werden. Geringe Leergewichte und Aerodynamik-Pakete senken den Treibstoffverbrauch und damit die CO2-Emission, z.B. von bis zu 10% bei Fliegl Sattelkippern. Hohe Nutzlasten erhöhen die Transportkapazität und optimieren die Auslastung. Am Ende der Nutzungsdauer von Anhängern oder Aufliegern bietet Fliegl eine Inzahlungnahme an, um Gebrauchtfahrzeuge wieder instand zu setzen und neu zu nutzen. Falls dies nicht möglich ist, werden die Fahrzeuge verwertet. Dabei werden mind. 95% eines Nutzfahrzeugs recycelt, z.B. Felgen, Metall- und Kunststoffbauteile und Reifen.

Fliegl zeigt, dass mittelständische Unternehmen in ihrer jeweiligen Branche wichtige Ressourceneffizienzhebel bewegen können. Das Unternehmen fungiert damit als sehr gutes Beispiel in der noch traditionellen Nutzfahr-zeugbranche und für den Technologiestandort Ostdeutschland. Fliegl motiviert dabei seine Lieferanten und Kunden über die eigenen Unternehmensgrenzen hinweg zu konkreten Ressourceneffizienzverbesserungen. Die Jury bestärkt die Fliegl Fahrzeug GmbH, den Weg der Nachhaltigkeit mutig weiterzugehen und würdigt das Unternehmen für seinen ganzheitlichen Ressourceneffizienzansatz über die Wertschöpfung und spezifisch für die Nutzfahrzeugbranche mit einer Prämierung mit dem Sonderpreis „Ressourceneffizienz“.

Jurybegründung