Jurybegründung zur Nominierung

Hotel Bauhofstraße, Ludwigsburg

Das Hotel Bauhofstraße in Ludwigsburg besetzt nicht nur eine vormalige Leerstelle im Stadtgrundriss, sondern prägt diese durch die Idee eines vorgelagerten, legeren kleinen Platzes. In Verbindung mit der kreidigen Erscheinung der schindelverkleideten Fassade, den besonderen Fensterformaten, die sich mit dem steilen Dach verschneiden, entwickelt es ein fast schon französisch anmutendes Flair. Das Hotel wird so zum Gewinn für sein Umfeld.

Das Gebäude selbst ist – ohne dass es von außen zwingend zu vermuten wäre – als modulares Bausystem aus Holz entwickelt. Die Brandschutzvorgaben für Gebäudeklasse 4 sind erfüllt, was als besondere konstruktive Herausforderung erwähnt werden muss. Das Holz stammt aus nachhaltiger Holzwirtschaft und ist FSC-zertifiziert. Damit wird ein sehr hoher Vorfertigungsgrad erreicht und die Belästigung der Nachbarschaft durch eine lange Bauzeit minimiert. Eine Umnutzung zu „Micro-Appartements“ ist aus Sicht der Verfasser*innen denkbar. Ein Teil der Zimmer ist nach DIN 18040 barrierefrei.

Die Architekt*innen schreiben: „Der Konzeption des Hotels liegt der Ansatz zu Grunde, ein in Bezug auf Organisation, Konstruktion und Materialität durchgängig nachhaltiges und in die Zukunft gerichtetes Gebäude zu entwickeln. Dabei spielt

die größtmögliche Reduzierung des CO2-Ausstoßes sowohl in der Errichtung als auch im Betrieb eine wesentliche Rolle.“ Der Energiestandard entspricht KfW-Energieeffizenzhaus 55. Heizenergie wird über das städtische Fernwärmenetz bezogen.

Die hohe konzeptionelle und gestalterische Qualität von Konstruktion und äußerer Erscheinung wird im Innenraum nicht gleichrangig durchgehalten. Die ist einerseits den Zwängen des Modulbaus geschuldet, andererseits einer puristischen Materialauswahl der Raumoberflächen. Die von außen erwartete lyrische Feinheit wird so nicht erreicht.

Das „Hotel Bauhofstraße“ ist mithin ein wertvoller Beitrag zur Weiterentwicklung des Holzbaus im innerstädtischen Kontext, der es in weiten Teilen schafft, sich von einer rein konstruktiven Herangehensweise an das Thema zu lösen und Spielräume im Entwurf auszuloten.

Projektbeteiligte: Bauherr: Fedor Schoen GmbH & Co KG / Architektur: VON M / Bauleitung: Jo Carle Architekten PartGmbB / Tragwerksplanung: merz kley partner / Bauphysik: Kurz + Fischer GmbH / Gebäudetechnik: Ingenieurbüro Staudacher GmbH & Co. KG / Brandschutz: Halfkann + Kirchner PartGmbB

 

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