Jurybegründung zur Nominierung

TauberPhilharmonie, Weikersheim

Das Kultur- und Veranstaltungshaus TauberPhilharmonie in Weikersheim ist ein Pilotprojekt für ein Gesellschaftshaus im ländlichen Raum abseits von Ballungszentren. Auf einer Nutzfläche von 3.000 Quadratmetern wurde für den Main-Tauber-Kreis ein einzigartiges Angebot geschaffen, das hochklassige Kultur- und Stadthallenfunktionen miteinander vereint und damit Kultur neu denkt: Konzerte aller Art, Kino, Festivals, Ausstellungen, Seminare, Tagungen und Feiern von Firmen oder im privaten Kreis sind hier in einem Haus vereint.

Im Grünen am Rand der Stadt gelegen, vermittelt die TauberPhilharmonie in seiner Baugestalt, Orientierung und hölzernen Materialität zwischen Weinbergen, Renaissanceschloss und der Kirche St. Georg: Seine aus geneigten Flächen bestehenden hölzernen Fassaden und glatten Dächer erinnern an Klangkörper, große Öffnungen des Foyers präsentieren die historische Stadt im Geschehen des Innern.

Die tragenden Bauteile und Fassaden des Gebäudes wurden weitestgehend mit Holz aus nachhaltiger Bewirtschaftung realisiert. Es wurde konsequent auf die Vermeidung von Verbundmaterialen, auf eine leichte Demontierbarkeit der Bauteile und Bauprodukte sowie die Verwendung von robusten Materialien mit einem geringen Unterhalts- und Reinigungsaufwand geachtet. Zudem wurde mit fränkischem Muschelkalk ein regionaler Naturstein aus den örtlichen

Steinbrüchen beim Bau verwendet. Wärme und Kälte wird mit Geothermie aus den Uferzonen der nahegelegenen Tauber erzeugt, der Deckungsanteil der Geothermie am Gesamtenergiebedarf des Gebäudes beträgt 65 Prozent und begründet die sehr wirtschaftlichen Betriebskosten des Gebäudes.

Die TauberPhilharmonie von HENN Architekten fügt sich mit fast schon lässiger Eleganz ganz unaufgeregt in das historisch gewachsene Umfeld ein. Das Gebäude ist ein gelungenes Beispiel für eine konsequent zeitgenössische Architektur, die es schafft, sich mit sehr wenigen Mitteln zu den baulich regionalen Eigenheiten zu bekennen, diese in eine architektonisch eigenständige Form zu transformieren und die Stadt Weikersheim durch einen einladenden neuen Ort für die Musik, Veranstaltung und Gesellschaft gestalterisch nachhaltig weiter zu bauen.

Projektbeteiligte: Bauherr: Stadt Weikersheim / Architektur: HENN / Tragwerksplanung: Merz Kley Partner / Planung: Ingenieurbüro Hausladen - HLSK/MSR , Ingenieurbüro Rainer Metzger - ELT / örtliche Objektüberwachung: Seyfried Psiuk Architekten / Freianlagenplanung: Prof. Schmid / Treiber / Partner / Küchenplanung: Geisel GmbH Ingenieurbüro für Grossküchentechnik / Vorbeugender Brandschutz: Krebs + Kiefer / Baugrundgutachten: GMP - Geotechnik GmbH & Co. KG

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