Finalist Deutscher Nachhaltigkeitspreis Forschung 2021

Jurybegründung.

loopsai

Künstliche Intelligenz natürlich integriert

Hintergrund

In urbanen Räumen sammeln sich zahlreiche Roh- und Nährstoffe. Wie auf einer Einbahnstraße gelangen täglich Tonnen von Lebensmitteln in die Städte, deren Überreste meist als Abfall enden und aufwendig entsorgt werden müssen. Die Hürden in Kreisläufen zu denken und mit ihnen zu arbeiten, sind extrem hoch. Viele potenzielle Stoffkreisläufe werden daher noch überhaupt nicht erkannt.

Kurzbeschreibung der Idee

Mithilfe der intelligenten Software „loopsai – Künstliche Intelligenz natürlich integriert“ könnten betriebsübergreifend wirtschaftlich sinnvolle Lösungen für Stoffkreisläufe entwickelt werden. loopsai ermöglicht demnach die Vernetzung einzelner Stoffströme im Sinne einer Ressourceneffizienz: Wer kauft welche Mengen von welchem Rohstoff ein? Ist dies überhaupt nötig oder ließen sich stattdessen auch die Abfallprodukte anderer Unternehmen verwenden? Die intelligente und leicht anwendbare Software zeichnet hierbei das digitale Ebenbild eines Unternehmens und seiner Bedürfnisse, das man auch als „digitalen Zwilling“ bezeichnet. loopsai soll in einem Pilotprojekt – einer Pilzfarm, in der Speisepilze auf Kaffeesatz angebaut werden – trainiert werden. Zwischen der Farm und ihrem digitalen Zwilling entsteht mittels Sensoren ein lernendes Wechselspiel. Dadurch lernt die KI stetig dazu. Schon bald soll sie in der Lage sein, Lösungsvorschläge für komplexe Stoffkreisläufe in allen Wirtschaftsbereichen zu entwickeln. Weiterer Vorteil: Mit dem digitalen Zwilling kann die Auswirkung veränderter Parameter vor einer tatsächlichen Umsetzung in der Praxis getestet werden. Die KI optimiert dabei nicht nur die Hauptprodukte wie Kaffeegetränke oder Speisepilze, sondern hat alle Stoffströme

 

im Blick: Wie wirkt sich z.B. das Beimischen eines weiteren organischen Abfalls zum Kaffeesatz auf die Produktionsmenge einer urbanen Pilzfarm aus? Welche Brühmethode senkt die C02-Bilanz eines Gastronomie-Betriebs maximal, weil der entstehende Bioabfall optimal in Stoffkreisläufe eingespeist werden kann und so gar nicht erst zu Abfall wird? Die Software steht hierbei als Open Source zur Verfügung und erfordert nur wenige Informationen, um loslegen zu können. 

Nominierungsbegründung der Jury

loopsai erscheint als vielversprechende Lösung, um hochkomplexe Stoffströme nicht nur zu erfassen und besser zu verstehen; sie bietet auch die Gelegenheit sie so miteinander zu vernetzen, dass am Ende ein geschlossener Kreislauf entsteht. So könnten nicht nur Angebot und Nachfrage besser bedient, sondern auch wertvolle Ressourcen eingespart und Transportwege verkürzt werden. Die Jury würdigt die Idee von loopsai daher mit einer Platzierung unter den Top 3 des Deutschen Nachhaltigkeitspreises Forschung.

Das Team

Thorsten Kluß, Kognitive Neuroinformatik, Universität Bremen
Carolin Johannsen, Handwerkprojekt GmbH
Sören Schäfer, Frisches Management
Birger Stoffers, Frisches Management
Jochen Frisch, Frisches Management
Marlon Rommel, Teikei Coffee
Dorothea Hülß, IMPCT gGmbH

loopsai.net
instagram.com/loopsai_

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