CARISMO
Vom Klärwerk zum Kraftwerk –
Abwasser als Energiequelle

CARISMO: Vom Klärwerk zum Kraftwerk – Abwasser als Energiequelle

CARISMO: Vom Klärwerk zum Kraftwerk – Abwasser als Energiequelle gehört zu den Top 3
Deutschen Nachhaltigkeitspreises Forschung 2014.

Kurzbeschreibung des Projektes
Forscher des Kompetenzzentrums Wasser Berlin haben gemeinsam mit den Berliner Wasserbetrieben und Veolia ein neues Konzept der Abwasserreinigung entwickelt. Ziel des Projektes CARISMO ist es, im Abwasser vorhandenes Energiepotential bestmöglich auszuschöpfen und Energie zu gewinnen: Ein neues Filterverfahren holt die energiereichen organischen Stoffe schon im Zulauf der Kläranlage aus dem Abwasser und überführt sie direkt in die Schlammfaulung, wo über den Weg der Biogasgewinnung Strom erzeugt wird. Der energieaufwendige Weg der „Schlammbelebung“ entfällt damit; die Reinigungsleistung wird durch die Nutzung des Abwassers als regenerative Energiequelle nachweislich nicht verschlechtert. Weitere Vorteile: Bestehende Wasserbecken können ohne großen Mehraufwand umgebaut und genutzt werden. Neue Anlagen nach dem CARISMO-Prinzip kosten im Betrieb zudem nicht mehr als die herkömmlichen Anlagen. Das Konzept soll in der Kläranlage Westewitz des Abwasserverbands Döbeln-Jahnatal erstmals umgesetzt werden.

Nominierungsbegründung der Jury
Das CARISMO-Verfahren leistet einen wichtigen Beitrag für den Wandel zur Green Economy: Kläranlagen werden vom Nettoverbraucher zum Nettoerzeuger von Energie – und damit vom Energiefresser zum Kraftwerk. Und das, ohne die Sauberkeit des Wassers zu beeinträchtigen. 

Das bisher übliche Belebtschlammverfahren verbraucht für das Abwasser von 100.000 Einwohnern so viel Strom wie 400 Einwohner im Jahr insgesamt brauchen – CARISMO erzeugt dagegen den Strombedarf von 1.400 Einwohnern. So wird Abwasser zum Rohstoff für die Gewinnung erneuerbarer Energie.

Hintergrund
In Deutschland werden jährlich insgesamt rund 4400 Gigawattstunden Strom für die Abwasserreinigung aufgewandt, immerhin die Hälfte der Jahresproduktion eines großen Kraftwerks; in vielen Kommunen sind die Kläranlagen damit die größten einzelnen Stromverbraucher der öffentlichen Anlagen. Gleichzeitig existiert im Rohabwasser ein hohes Energiepotential in Form organischer Stoffe. In heute üblichen Kläranlagen fließt die meiste Energie in den elektrischen Antrieb von großen Belüftern, die die Mikroorganismen im „belebten Schlamm“ mit Sauerstoff versorgen. Könnte man auf die Schlammbelebung verzichten und stattdessen das Energiepotential des Abwassers intelligent nutzen, ließe sich sogar ein Energieüberschuss erzeugen, der vom Klärwerk ins Netz abgegeben werden kann. Weitere Informationen finden sie hier.

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