Initiativen und Projekte, die im Bereich der Daseinsvorsorge Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft liefern, indem sie durch die innovative und effiziente Gestaltung von Strukturen und Prozessen in der Gesundheitsversorgung zu mehr ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit im System beitragen.

Die Initiative „Das pädiatrische Intensivnetzwerk PIN“ der Medizinischen Hochschule Hannover stärkt die Versorgung von schwerstkranken Kindern und Jugendlichen durch die Vernetzung spezialisierter Intensivzentren in Norddeutschland. Mit der Initiative werden Expertise, Ressourcen und Kapazitäten gebündelt, sodass Patient:innen mit komplexen Krankheitsbildern optimal und wohnortnah behandelt werden können. Mittlerweile nehmen 53 Kliniken am Netzwerk teil und insgesamt wurden mehr als 6000 Patienten behandelt. Durch die enge Zusammenarbeit von Kinderintensivmedizinern, die Entwicklung gemeinsamer Standards und die Nutzung digitaler Kommunikationswege für schnelle Abstimmung und Verlegung konnte die Versorgungsqualität nachhaltig verbessert werden.
mhh.de
Das Projekt „Wundbehandlung nachhaltig verbessern“ der WZ-WundZentren GmbH adressiert die Versorgung chronischer, schwer heilender Wunden – ein Bereich mit großem Verbesserungsbedarf. Viele Patienten leiden über Jahre unter Schmerzen und eingeschränkter Lebensqualität. Das Projekt setzt auf die gezielte Spezialisierung von Pflegefachpersonen und die Gründung interdisziplinärer WundZentren, in denen Fachärzte aus Chirurgie, Gefäßchirurgie, Diabetologie und Dermatologie und die Pflege eng zusammenarbeiten. Das Projekt fördert die Vernetzung der beteiligten Professionen und stärkt die Rolle der Pflege im Gesundheitssystem. Dieses innovative Versorgungsmodell stärkt die Rolle der Pflege und verbessert die Vernetzung der Professionen. Ausgehend von einem Modellprojekt gelang der Sprung in die zukünftige Regelversorgung, womit ein wesentlicher Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Wundversorgung geleistet wird.
wundzentren.de
„Empowerment für Diversität“ ist ein bundesweit agierendes Entwicklungsprojekt der Charité – Universitätsmedizin Berlin und weiterer 6 Partnerkliniken. Ziel ist Diskriminierung im Umgang zwischen Personal und Patienten sowie im Team zu reduzieren und Diversitätskompetenzen aufzubauen. Dafür setzt das Projekt umfassende Maßnahmen um, die sowohl individuelle Haltungen als auch institutionelle Strukturen verändern. Das Projekt leistet damit einen wesentlichen Beitrag für mehr soziale Nachhaltigkeit im Gesundheitssystem: weg von diskriminierenden Routinen, hin zu gleichberechtigtem Zugang für alle Patienten und zu einem Arbeitsumfeld, das Vielfalt anerkennt und stärkt – insbesondere für bislang benachteiligte Gruppenunter Patienten und Mitarbeitenden.
empowerment.charite.deInitiativen und Projekte, die darauf abzielen, in Zeiten des gesellschaftlichen und ökologischen Wandels Krankheiten zu vermeiden sowie die Gesundheit der Menschen zu erhalten und zu schützen, als auch an Ansätze, die über neue Herausforderungen für Gesundheit aufklären und Menschen befähigen, zur Erhaltung ihrer eigenen Gesundheit beizutragen.

Seit den 1990er Jahren stellt der Eichenprozessionsspinner eine wachsende Gesundheits- und Umweltgefahr in Mitteleuropa dar. Das bundesweite, kostenfrei zugängliche Online-Frühwarnsystem der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) und des Deutschen Wetterdienstes liefert tagesaktuelle Prognosen zur Entwicklung des Schädlings und zu Risiken für Mensch, Tier und Eichenbestände. Durch die Plattform können Gesundheitsschäden vermieden werden – ein Beispiel für dringend benötigte digitale Frühwarnsysteme zu neuen klimabedingten Gesundheitsrisiken. Die Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU University). Seit 2025 wird die Web-Applikation bundesweit eingesetzt und ist für Behörden, Fachstellen und die Bevölkerung nutzbar.
"PHENTHAUproc"
Was hab´ ich eigentlich, und was wurde im Krankenhaus für mich getan? Die offizielle Dokumentation lässt Patienten hierzu oft ratlos. Die „Was hab’ ich?“ gGmbH erstellt per Software automatisch einen individuellen, leicht verständlichen Patientenbrief. Dieser wird auf Grundlage von Routinedaten mithilfe ärztlich erstellter, qualitätsgesicherter Textbausteine individuell zusammengestellt – ohne Mehraufwand für das medizinische Personal. Das Projekt fördert nachweislich die Gesundheitskompetenz, insbesondere auch bei vulnerablen Gruppen und trägt so zu einer nachhaltigeren und gerechteren Gesundheitsversorgung bei.
patientenbriefe.de
Hitzephasen werden zu einer immer größeren Gesundheitsgefahr – speziell auch für Ältere. In Pflegeeinrichtungen belasten sie Beschäftigte und Bewohner. Das Projekt „Hitzeresiliente und Gesundheitsfördernde Lebens- und Arbeitsbedingungen in der stationären Pflege (HIGELA)“ von Deutscher Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG) und AWO adressiert diese neue Gefahr. In fünf Modellregionen und über 25 Einrichtungen werden praxistaugliche Hitzeschutz-Maßnahmen entwickelt und umgesetzt. Die in diesen Reallaboren gewonnenen Erkenntnisse und Materialen stehen im Internet für alle Pflegeheime zur Verfügung. Das Projekt erreicht direkt mehrere tausend Mitarbeitende und Bewohnende, fördert die Sensibilisierung für Klimaanpassung und trägt zur Reduktion von hitzebedingten Gesundheitsrisiken bei.
higela.de
Nummer gegen Kummer wurde 1980 ins Leben gerufen. Zu einer Zeit, in der psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen kaum öffentlich thematisiert wurde. Seitdem bietet Nummer gegen Kummer ein umfassendes, niedrigschwelliges und anonymes Beratungsangebot für Kinder, Jugendliche und Eltern an, das auf Prävention, Hilfe zur Selbsthilfe und psychosoziale Unterstützung ausgerichtet ist. Heute ist Nummer gegen Kummer mit über 5 Millionen Beratungen das größte psychosoziale Beratungsangebot für Familien in Deutschland. Die Angebote fördern Chancengleichheit, Teilhabe und Resilienz, stärken das soziale Gefüge und tragen zur Enttabuisierung psychischer Probleme bei.
nummergegenkummer.de
Klimaschutz ist Gesundheitsschutz! Der gemeinnützige Verein KlimaDocs e. V. macht sichtbar, wie klimafreundliches Verhalten nicht nur dem Planeten, sondern auch der persönlichen Gesundheit nützt. Das Ziel: Klimaschutz als integralen Bestandteil von Prävention und Gesundheitskommunikation im deutschen Gesundheitswesen zu verankern. Dafür werden Gesundheitsfachkräfte als Multiplikatoren aktiviert und mit wissenschaftlich fundierten, alltagsnahen Informationsmaterialien unterstützt. Sie liefern konkrete, leicht umsetzbare Tipps für Patienten und die breite Bevölkerung. KlimaDocs e.V. sensibilisiert für die gesundheitlichen Folgen der Klimakrise, stärkt so die Resilienz des Gesundheitssystems und fördert gesundheitsförderliche Lebensverhältnisse. Über 1.200 Einrichtungen und Organisationen nutzen bereits die kostenfrei verfügbaren Materialien.
klimadocs.deInitiativen und Projekte, die darauf abzielen, in Zeiten des gesellschaftlichen und ökologischen Wandels Krankheiten zu vermeiden sowie die Gesundheit der Menschen zu erhalten und zu schützen, als auch an Ansätze, die über neue Herausforderungen für Gesundheit aufklären und Menschen befähigen, zur Erhaltung ihrer eigenen Gesundheit beizutragen.

Durch die Fortbildung BBNE-Pflege können Praxisanleitende die Zusammenhänge von Klima, Nachhaltigkeit und Pflege direkt in die Pflege-Ausbildung einbringen. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe, die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit und der Berliner Bildungscampus für Gesundheitsberufe schaffen über die Schlüsselrolle von Praxisanleitenden mit Multiplikatoren-Funktion für diese Themen, Wissen und Bewusstsein bei beruflich Pflegenden. Das Verbundprojekt erreicht diejenigen, auf deren Schultern die Versorgung ruht, die maßgeblich sind für die erfolgreiche Umsetzung von Veränderung und die bei Patientinnen und Patienten ein hohes Vertrauen genießen. Das Projekt BBNE-PfleGe wird im Rahmen des Programms „Nachhaltig im Beruf – zukunftsorientiert ausbilden“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Europäische Union über den europäischen Sozialfond Plus (ESF Plus) gefördert.
www.dbfk.de/de/berufspolitik/nachhaltigkeit
Mit dem Ansatz, für Nachhaltigkeit engagierte Mitarbeitende zu vernetzen, zu unterstützen und mit der Nachhaltigkeitsmarke „Carus Green“ sichtbar zu machen, ermöglicht das Universitätsklinikum Dresden eine praxisorientierte Transformation, die durch die Mitarbeitenden selbst und damit aus tiefster Überzeugung auf eine breite Unterstützung in der Belegschaft bauen kann. Aus den verschiedenen Fachbereichen entsteht ein vielfältiger Katalog an Maßnahmen, der alle Bereiche der ökologischen Nachhaltigkeit abdeckt. Dieses Projekt zeigt eindrücklich, was man mit einer hohen Mitarbeitenden Motivation über einen langen Zeitraum und Rückenwind vom Management erreichen kann.
uniklinikum-dresden.de
Die Umstellung der Verpflegung hin zur Planetary Health Diet, größtenteils pflanzenbasiert und mit Gewinnen für die Gesundheit der Menschen und des Planeten, ist einer der größten Hebel in Kliniken. Sie unterstützt den Genesungsprozess, schult den Blick bei Patient:innen für gesundes Essen durch positive Erfahrung, schont natürliche Ressourcen und setzt in der Klinik ein Zeichen für positive Transformation. Die Universitätsklinik Essen ist einer der Vorreiter in diesem Feld mit einem umfassenden Konzept, messbaren Erfolgen und starker Kommunikation.
uk-essen.de