Next Economy Award Preiskugel

Apisystems

Apisystems hat sich die Bekämpfung des weltweiten Bienensterbens zum Ziel gesetzt und dafür die „Bienensauna“ zum Schutz gegen die schädliche Varroamilbe entwickelt. Mit dieser ethisch vertretbaren Behandlungsmethode – für Bienen und Umwelt unbedenklich – hat das Münchener Startup eine erfolgreiche Strategie zum Erhalt der Artenvielfalt und der Ernährungssicherung geschaffen.

Die Varroamilbe gilt als ein Hauptverursacher des weltweiten Bienensterbens. Die bisherigen Behandlungsmethoden beinhalten jedoch den für die Bienen schädlichen Einsatz von Gift und Säure, was beispielsweise bei Ameisensäure zu Verätzungen von Flügeln und Augen der Bienen führt. Die Milben selbst scheinen dagegen mittlerweile Resistenzen zu entwickeln, sodass die Giftdosis zunehmend erhöht werden muss.

Apisystems setzt dem eine uralte Behandlungsmethode mit der Verwendung neuer Technik entgegen: Durch den Einsatz von Wärme bis maximal 42 Grad Celsius werden die Milben irreparabel geschädigt. Bienen halten im Gegensatz zur Varroamilbe höheren Temperaturen stand und können sich so „gesund schwitzen“. Mit jedem Einsatz der Bienensauna können pro Stock pro Jahr bis zu 200.000 Bienen vor der Varroamilbe
selbst sowie vor der Vergiftung durch schädliche Behandlungsmethoden gerettet werden. Das Münchener Unternehmen hat dafür ein Gerät entwickelt, welches den gesamten Bienenstock erwärmt. Der Einsatz erfolgt ohne großen Aufwand und ist mit vergleichsweise geringen Kosten verbunden.

Durch eine elektronische Auswertung soll es mithilfe der Bienensauna in Zukunft auch möglich sein, Daten zur Honigproduktion oder dem Schwarmverhalten der Bienen zu erheben und auszuwerten.

Apisystems richtet sich an weltweit circa 4 Millionen ImkerInnen und konnte mit seiner Idee bereits erste Erfolge verzeichnen: Ende 2014 wurde eine Summe von 68.000 Euro über Crowdfunding eingesammelt, im Mai 2015 bekam das Team die Zusage für ein staatliches Förderprogramm von 50.000 Euro und ein Bankdarlehen über 100.000 Euro. 30 ImkerInnen haben bisher Darlehen in Höhe von insgesamt 125.000 Euro gewährt, 110 halfen im Juni halfen beim Bau der ersten 250 vorbestellten und vorbezahlten Bienensaunen und spendeten damit insgesamt 300 Arbeitstage. Im August wurden die ersten Geräte schließlich ausgeliefert. Der Verkauf des Produkts erfolgt über einen eigenen Webshop. Um den Ansprüchen eines Sozialunternehmens zu entsprechen, wird das Startup eine Gemeinwohlbilanz veröffentlichen und seine Lieferantenbeziehungen offenlegen. Das Verfahren wurde zum EU-Patent angemeldet.

Die Methodikteams des Next Economy Awards würdigen die Apisystems GmbH für ihre Entwicklung einer nachhaltigen Alternative zur Bekämpfung des Bienensterbens mit einer Nominierung für den Next Economy Award 2015 in der Kategorie „Food“.

 

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