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Circurlar Economy – the next big thing.

Bild: Guillaume Bolduc / Unsplash

Seit vielen Jahrzehnten kennt unsere Wirtschaftsweise nur eine Richtung: Herstellen, Verwenden, Entsorgen. Dies gilt für die Produktion, die globale Verteilung und die Verwendung von Produkten und ist ein wesentlicher Baustein unseres Wohlstands. Wenn man nur in eine Richtung denken muss, vereinfacht dies vieles. Doch wir merken immer mehr, dass es auf einem Planeten mit begrenztem Ökosystem und limitierten Ressourcen kein lineares Denken geben kann.

Dafür sind die massiven, menschengemachten Einträge in die natürliche Umwelt zu erheblich. Sie scheinen für uns in Europa (noch) weit weg wie im Falle des „Plastic-Ocean“, des Artensterbens oder des Klimawandels. Tatsächlich spüren wir die Folgen, seien es Mikroplastik im Fisch auf unseren Tellern oder die Rekordhitzen.

Bisher sind die Kosten für diese externen Schäden nicht in die Wirtschaftlichkeitsrechnung eingepreist. Damit verschaffen sie der linearen Wirtschaft einen wichtigen Kostenvorteil gegenüber geschlossenen Systemen, auch wenn sich in vielen Ländern bei Glas oder der Abwasserreinigung schon das Kreislaufprinzip etabliert hat.

Doch die Tage des linearen Wirtschaftens sind gezählt. Verbraucher und Regulatoren akzeptieren immer weniger, dass Kosten externalisiert werden. Unternehmen sehen sich damit auf drei Ebenen gefordert: In Bereichen, wo Umwelteinträge vermeidbar sind, wie bei größeren Plastikprodukten, ist die Umstellung über Recylingsysteme mehr eine Frage des Wollens. Bei unbeabsichtigten oder technisch schwer zu vermeidenden Umwelteinträgen, wie etwa Mikroplastik in Kosmetik oder Reifenabrieb, ist eine Umstellung deutlich diffiziler. Nahezu unmöglich scheint sie, wo Einträge ins Ökosystem gewollt sind – wie bei Pflanzenschutzmitteln.

Wer es schafft, seine Produkte und Services vor seinen Mitbewerbern im Kreislauf zu planen, der wird zu den Gewinnern gehören. Denn der Druck zur Veränderung wird angesichts einer wachsenden und wohlhabenderen Weltbevölkerung weiter massiv zunehmen.

Für alle Zögerer gilt, Optimismus aus der Vergangenheit zu schöpfen. Wann immer sinnvolle Umweltstandards gesetzt wurden, waren diese nicht der Weltuntergang und haben oft Innovationen ausgelöst. Ein Grund liegt darin, dass der Teil der Wertschöpfung, der Umweltschäden auslösen kann, weniger als 20 Prozent der Gesamtkosten ausmacht. Selbst wenn man in diesem Teil durch andere Materialien oder Recycling die Kosten um 50 Prozent steigert, so ist diese Hälfte von 20 Prozent doch nur zehn Prozent vom Gesamtpreis – wenn sie nur eins zu eins durchgereicht und nicht beaufschlagt wird. Für den Abwasserreinigungskreislauf zahlt jeder Bundesbürger beispielsweise kaum 50 Cent am Tag.

Autor: Dr. Carsten Gerhardt, Partner bei A.T. Kearney im Bereich Energy and Process Industries
Dieser Artikel erschien am 22. November 2019 im Magazin des Deutschen Nachhaltigkeitspreises.

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