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„Design spielt eine zentrale Rolle bei der Schaffung eines nachhaltigen, regenerativen Systems.“

Ina Budde, Mitgründerin von „circular.fashion“, verstärkt die Jury des DNP Design mit ihrer Expertise im Bereich nachhaltige Mode. Auch mit ihrem zuvor gegründeten Unternehmen „Design for circularity“, das 2015 mit dem Next Economy Award ausgezeichnet wurde, setzte sie sich für eine zirkuläre Zukunft der Mode ein.

Im Interview haben wir mit Ina Budde über die Rolle von nachhaltigem Design, Zirkularität in der Modebranche und ihre Erfolgsgeschichte gesprochen. 

Was kann ein Preis für nachhaltiges Design – neben den vielen vorhandenen Designpreisen – bringen?

Der Der deutsche Nachhaltigkeitspreis für Design ist darauf fokussiert eine nachhaltige Entwicklung im Designbereich zu fördern. Zum einen trägt ein solcher Preis dazu bei, ein breiteres Publikum auf nachhaltiges Design aufmerksam zu machen. Zum anderen werden Kreativwirkende ermutigt Nachhaltigkeit in ihre Designkonzepte von Anfang an zu integrieren. Nachhaltigkeit und Design werden nicht länger als zwei separate Konzepte betrachtet. Im Gegenteil, der DNP Design setzt ein großes Zeichen für die Wichtigkeit zukunftsfähiger und nachhaltiger Gestaltungskonzepte und ist eine fantastische Möglichkeit eine nachhaltige Entwicklung im Designbereich zu beschleunigen sowie Kräfte zu bündeln. Interessierte Akteur/innen können im Rahmen des Programms ihre Projekte voranbringen und in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stellen. Denn gesellschaftlicher Wandel braucht Entwürfe, kreative Ideen sowie konkrete Vorstellungen davon, wie wir gemeinsam eine nachhaltige Entwicklung umsetzen können.

Warum ist nachhaltiges Design wichtig und was verstehen Sie darunter?

Wir wissen um die Begrenztheit unserer Ressourcen und spüren bereits die klimatischen Auswirkungen. Design spielt eine zentrale Rolle bei der Schaffung eines nachhaltigen, regenerativen Systems. Es ist höchste Zeit, Produkte so zu konzipieren, dass sie umwelt- und ressourcenschonend sind, niemals zu Abfall werden, sondern dauerhaft als Ressource für neue Produkte dienen können. Nachhaltiges Design ist ein holistischer Ansatz, welcher eng verknüpft ist mit der Langlebigkeit und der Kreislauffähigkeit eines Produkts. Produkte sollten so konzipiert werden, dass sie und ihre Materialien in der Lage sind bei maximaler Werterhaltung dauerhaft in unserem Wirtschaftssystem zu zirkulieren. Dabei sollte von Anbeginn des Designprozesses die Rückführung bedacht werden. Nur so können wir gewährleisten, dass die Produkte von heute die Ressourcen von morgen werden.

Sie selbst setzten sich mit circular.fashion für eine nachhaltigere, verantwortungsvollere Art und Weise des Designs, der Produktion und des Konsums von Mode ein. Wie kam es zu der Idee?

Bereits während der Zeit meines Design Studiums habe ich mich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie wir die Modeindustrie nachhaltiger gestalten können und habe erkannt, dass die Kreislaufwirtschaft die einzig dauerhaft nachhaltige Lösung ist. Daher habe ich innerhalb meines Masters ‘Sustainability in Fashion’ zu der Frage geforscht, was die Industrie aktuell zurück hält sich hin zu dieser genialen Lösung eines Kreislauf-Systems zu entwickeln. Es wurde schnell deutlich, dass das erforderliche Wissen für kreislauffähiges Design und die Infrastrukturen fehlen, um Produkte und ihre Materialien im Kreislauf zu führen. Der Gedanke, dass wir durch die Entwicklung von Lösungen für diese fehlenden Elemente einen großen positiven Einfluss haben könnten auf eine zeitnahe Etablierung einer Kreislaufwirtschaft motivierte mich, ein Unternehmen mit genau diesem Ziel zu gründen. Zusammen mit Mario Malzacher, der sich auch in der Branche engagierte, gründete ich 2018 circular.fashion und entwickelten eine Plattform die Lösungen für diese Herausforderungen bereitstellt.

Und wie genau sieht das Geschäftsmodell von circular.fashion aus? Wie kann es gelingen, die Zirkularität (in der Modewelt) voranzubringen?

Unser Ziel mit circular.fashion ist, eine Kreislaufwirtschaft in der Mode - und Textilbranche zu etablieren. Wir unterstützen Modeunternehmen mit Wissen und Ressourcen für kreislauffähiges Design und entwickeln Infrastrukturen und Systeminnovationen, die helfen Produkte zu den richtigen Recyclern zu leiten. Mit circular.fashion haben wir eine digitale Plattform für Materiallieferanten, Modemarken und Recycler geschaffen, die Werkzeuge und Ressourcen bereitstellt, um die Zirkularität bei jedem Schritt sicherzustellen. Die Circular-Design-Software, bestehend aus einer Materialbibliothek, Designrichtlinien und einem Produktentwicklungs-Tool, unterstützt Modemarken bei der Gestaltung von zirkulären und nachhaltigen Produkten. Durch die Bereitstellung eines digitalen scanbaren Tags, unserer circularity.ID, die in ein Kleidungsstück integriert wird, wollen wir gemeinsam einen Standard für Transparenz und Rückverfolgbarkeit setzen. Kunden erhalten durch das scannen der circularity.ID Zugang zu einer Produktseite um zu erfahren an welcher Stelle das Produkt für Wiedernutzung oder das Recycling zurückgegeben werden kann. Altkleidersortierer und Recycler erhalten genaue Informationen über die recyclingfähige Kombination von Materialien und Zutaten, aus denen das Produkt im Detail besteht, damit jedes Stück bei dem richtigen Recycler tatsächlich wieder zu neuen Fasern verarbeitet werden kann.

Mario Malzacher & Ina Budde | ©circular.fashion

Circularity.ID | ©circular.fashion

Software | ©circular.fashion

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