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Ein nachhaltiger Verlag – geht das überhaupt?

Gruner + Jahr (G+J) ist der größte Premium-Magazinverlag Europas. Mit Marken wie STERN, GEO, BRIGITTE, CHEFKOCH, BARBARA und BEEF! ist der Hamburger Verlag mit rund 500 gedruckten und digitalen Medienangeboten in mehr als 20 Ländern vertreten. Teresa Schönheit, Chief Sustainability Officer (CSO) bei G+J, berichtet im Interview über den Weg des Unternehmens zu einem nachhaltigeren Verlag.

Liebe Frau Schönheit, wozu braucht ein Medienhaus eine CSO?

Nachhaltigkeit ist eine der größten Aufgaben unserer Zeit. Es ist uns nicht mehr genug, in unseren Medien über das Thema zu berichten und uns in vielen einzelnen Projekten zu engagieren. Daher haben wir Nachhaltigkeit zu einem Teil unserer Strategie gemacht. Als Unternehmen möchten wir langfristig wirtschaftlich erfolgreich sein und dabei unsere ökologische und soziale Verantwortung wahrnehmen. Das über die Unternehmensbereiche hinweg in Einklang zu bringen und G+J nachhaltiger zu machen, ist mein Job. 

Der Kern Ihres Geschäfts ist der Journalismus. Welche Rolle nehmen nachhaltige Themen hier ein?

Als Verlagshaus sehen wir es als unsere Pflicht, über zentrale Themen wie die Klimakrise zu informieren und zu sensibilisieren – das tun starke Marken wie etwa GEO bereits seit Jahrzehnten. Zum diesjährigen Weltklimatag hat der STERN der Klimakrise eine komplette Ausgabe und seine Website-Inhalte gewidmet, um das Thema wieder nach oben auf die Agenda zu heben. Dazu hat die Redaktion mit den Aktivist*innen der „Fridays for Future“-Bewegung zusammengearbeitet. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema regt zu neuen Denkansätzen und innovativen Herangehensweisen an.

Nachhaltigkeit treibt bei G+J also auch Innova­tionen voran? 

Definitiv. Innovation und Kreativität machen G+J aus. Wir entwickeln neue Produkte und gehen Kooperationen ein. Nachhaltige Fragestellungen liefern uns neue Impulse. So haben wir mit BRIGITTE BE GREEN ein erfolgreiches neues Magazin entwickelt, in dem es um ökologische Nachhaltigkeit geht. Gemeinsam mit unseren Partnern der Bertelsmann Content Alliance, darunter die Mediengruppe RTL, RTL Radio, die UFA und die Penguin Random House Verlagsgruppe, nutzen wir unsere gesamte mediale Kraft, um auf zukunftsrelevante Themen aufmerksam zu machen. So ging es in den diesjährigen Nachhaltigkeitswochen etwa um verantwortungsvolles Essen. Nachhaltigkeit hat für uns auch eine ökonomische Komponente, indem wir attraktive Umfelder für unsere Anzeigenkunden schaffen. Ein Mehrwert in doppelter Hinsicht. 

Über Nachhaltigkeit zu berichten ist das eine, danach zu handeln das andere. Wie geht G+J das an? 

Wir haben eine umfassende Bestandsaufnahme durchgeführt und eine Strategie entwickelt, wie wir in allen Unternehmensbereichen nachhaltiger werden können. Neben der Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle und zukunftsfähiger Produkte wie den Nachhaltigkeitswochen liegt ein Schwerpunkt auf dem Klima- und Umweltschutz. Unser Ziel ist es, bis 2030 klimaneutral zu sein. 

Klimaneutralität bis 2030 ist ambitioniert – ist das als Verlag überhaupt realistisch?

Es ist eine große Aufgabe, die wir mit voller Kraft angehen. Wir analysieren, welche eingesetzten Ressourcen und Tätigkeiten wie viele Emissionen verursachen – und an welchen Stellen wir diese vermeiden oder reduzieren können. Ein großer Teil der Emissionen entsteht durch unsere Produkte, insbesondere durch Papier und die Herstellung der Magazine. 

Und was tun Sie, um die Produkte nachhaltiger zu produzieren?

In der Herstellung und im Papiereinkauf gestalten wir den Einsatz von Papier, Lacken, Farben und Verpackungen noch umweltfreundlicher. Wir nehmen jedes einzelne Magazin unter die Lupe. Denn so individuell wie die Inhalte sind auch die Anforderungen an jedes Produkt und seine Qualität. Für GEO nutzen wir zum Beispiel ein Frischfaserpapier mit sehr guter CO2-Bilanz. Unsere Magazine GEOLINO, GEOLINO MINI und HYGGE werden hingegen seit einiger Zeit auf Recyclingpapier gedruckt. Es gibt nicht die eine Lösung, sondern für jedes Produkt die bestmögliche. Und die finden wir.  

Was haben Sie daneben noch erreicht und welches sind Ihre nächsten Meilensteine?

Bei 32 Titeln setzen wir beim Transport der Magazine von der Herstellung zu den Verkaufsstellen mittlerweile Steifband statt Plastikfolie ein. So sparen wir rund 28.000 Kilogramm Verpackungsmüll jährlich – das entspricht einer Fläche von etwa 120 Fußballfeldern. Auf Unternehmensseite sind wir das Thema Energiebezug angegangen: Ab 2021 beziehen wir an nahezu allen deutschen Standorten 100 Prozent Ökostrom. Ein großer Schritt in Richtung Klimaneutralität, denn damit sparen wir rund ein Viertel unserer unternehmensbezogenen Emissionen ein. Das sind rund sieben Millionen Kilogramm CO2 im Jahr weniger, etwa so viel, wie eine Gemeinde mit 560 Personen im Jahr verbraucht. Wir sind als G+J im vergangenen Jahr nachhaltiger geworden. Gleichzeitig wissen wir, dass wir noch viel vor uns haben und sind hoch motiviert, es anzupacken. 

Das Interview ist in unserem #DNP13 Magazin erschienen. Die gesamte Ausgabe finden Sie hier

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