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Forschung für die Artenvielfalt

Nicht erst seit dem erfolgreichen Volksbegehrens für die Artenvielfalt in Bayern beschäftigt sich die Bundesregierung mit dem Thema Biodiversität. Anlässlich des letztjährigen Forschungspreises zu diesem Thema sprachen wir mit Bundesforschungsministerin Anja Karliczek darüber, was die Wissenschaft gegen das Artensterben tun kann.

Im letzten Jahr lobte das BMBF den 7. Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung für Projekte zum Thema Biodiversität aus. Was muss passieren, um das Artensterben zu stoppen?

Eines ist klar: die Konkurrenz um Flächen, die wertvoll für die Artenvielfalt sind, wird künftig eher zunehmen – durch den nötigen Wohnungsbau, den Ausbau der Infrastruktur, also Straßen, Gas-, Wasser- und Stromleitungen, sowie die Nahrungsmittelproduktion. Bisher waren wir nicht erfolgreich dabei, den Artenschwund aufzuhalten. Deshalb müssen wir neue Ideen entwickeln, die einen Ausweg aus diesen Konflikten bieten. Das haben wir im Koalitionsvertrag festgelegt.

Was kann die Wissenschaft tun?

Die Wissenschaft hat drei Aufgaben: Sie kann dafür sorgen, dass wir Ursachen, Folgen, und die Wechselwirkungen des Artensterbens besser verstehen. Sie kann Technologien entwickeln, um den Zustand der Biodiversität langfristig zu erfassen. Und sie kann gemeinsam mit Landwirten, Stadtplanern, Politikern und Unternehmen umsetzbare Maßnahmen zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt erarbeiten.

Dafür wollen wir etwa Naturforscher mit digitalen Instrumenten der Datenbearbeitung ausrüsten. Und es gilt, die Wirtschaft einzubinden: In vielen Branchen wächst die Einsicht, dass neben dem Klimaschutz auch die Biodiversität in Geschäftsmodelle integriert werden muss, damit sie auf Dauer Bestand haben. Auch deshalb stärken wir die Forschung zur Biodiversität weiterhin.

Was hat Sie an den drei Finalisten besonders fasziniert?

Alle drei Projekte haben mich beeindruckt, weil sie wesentliche Herausforderungen des Themas angehen: Das FRANZ-Projekt entwickelt Maßnahmen, die sowohl für den Landwirt als auch für die Natur Gewinn bringend sind. Es werden etwa Blühstreifen angelegt oder Flächen in Feldern freigelassen, sodass dort Kiebitze brüten können. Wichtig ist, dass die Maßnahmen wirtschaftlich tragbar und gut in die betrieblichen Abläufe integrierbar sind. Das IMPAC3-Forschungsteam setzt bei dem Problem der Monokulturen an. Es erforscht, welche Pflanzensorten für einen Mischanbau am besten geeignet sind. Der Verein für Insektenkunde Krefeld hat mit seiner viel beachteten Langzeitstudie zum Insektensterben in Naturschutzgebieten dafür gesorgt, dass das Thema Artenvielfalt wissenschaftlich fundiert auf die öffentliche Agenda kam.

Sie fordern, dass Forschung anwendbar und verständlich sein muss. Was bedeutet das für die Nachhaltigkeitsforschung? Und wie kann der Deutsche Nachhaltigkeitspreis hierzu beitragen?

Die Nachhaltigkeitsforschung bietet viele Möglichkeiten, um gute Ideen schnell in die Anwendung zu bringen. Ganz wichtig ist, dass die Forschenden frühzeitig mit Praxisvertretern zusammenarbeiten. Die nominierten Projekte haben das vorbildlich getan. Deshalb bietet gerade die Nachhaltigkeitsforschung viele Einblicke, um Bürgerinnen und Bürgern klar zu machen, worin ihr Nutzen liegt. Der Nachhaltigkeitspreis stellt komplexe Projekte anschaulich dar und vernetzt Forschung, Unternehmen und Kommunen sehr effektiv miteinander.
 

Zum Wettbewerb: Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Forschung wird in diesem Jahr zum achten Mal gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vergeben. Er würdigt nachhaltigkeitsbezogene Forschungsleistungen in Deutschland. In diesem Jahr steht das Thema urbane Mobilität im Mittelpunkt der Auszeichnung. Hier geht es zum Forschungspreis.

Dieser Artikel erschien am 7. Dezember 2018 im Magazin des Deutschen Nachhaltigkeitspreises.

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