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„Für mich ist Nachhaltigkeit vor allem Sorgfalt und Umsicht.“

Tulga Beyerle, Direktorin des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe, verstärkt die Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreis Design mit ihrer Expertise. Wir haben mit ihr darüber gesprochen, was nachhaltiges Design ausmacht und wie Designer/innen das Verständnis für Nachhaltigkeit stärken können

Wir freuen uns, Sie als Jurymitglied des DNP Design zu begrüßen. Was kann/soll ein Preis für nachhaltiges Design – neben den vielen vorhandenen Designpreisen – bringen?

Tulga Beyerle: Vielen jungen wie nicht mehr so jungen Designer/innen ist nachhaltiges Design ein Anliegen. Sie setzen sich mit Produktionsmethoden und -bedingungen auseinander und suchen nach neuen Wegen, diese zu verbessern. Dieses Bemühen sichtbar zu machen, dafür ist der Preis hoffentlich da.

Warum sollten sich Unternehmen, Designer/innen, Studierende beteiligen?

Tulga Beyerle: Wegen der Sichtbarkeit und einer Steigerung unseres Verständnisses für Nachhaltigkeit. Wobei es sehr wichtig wäre, hier wirklich auch die Zusammenarbeit mit Unternehmen zu fördern. Schon lange gibt es Bemühungen, zum Beispiel die Wiederverwendung von Material, die Reparaturfähigkeit eines Produkts, die Nachhaltigkeit im Einsatz von Material (sprich welches Material, wie wird es hergestellt, unter welchen Bedingungen). Aber noch dominiert der schnelle Konsum. Ein gutes langlebiges Produkt muss nicht so schnell ersetzt werden. Dieses Verständnis muss auch gestärkt werden.

Wie definieren Sie persönlich nachhaltiges Design?

Tulga Beyerle: Für mich ist Nachhaltigkeit vor allem Sorgfalt und Umsicht. Sorgfalt in der Herstellung – sprich es wird möglichst an einem Ort produziert, oder wenn man Teile von anderen Ländern importieren muss, dann produziert man dort ebenfalls nachhaltig. Alle Beteiligten sind in diesen nachhaltigen Prozess eingebunden, ihre Produktionsbedingungen sind nachhaltig, Arbeitsplätze auf Langfristigkeit aufgebaut, fair bezahlt. Umsicht heißt genau das - alle profitieren, nicht nur der Kunde. Wichtig ist zu verstehen, dass man mehr zahlen muss. Wobei hier auch ein Umdenken stattfinden müsste, denn man kann sich schon fragen, wie was besteuert wird. Wie wäre es, wenn Handwerker/innen weniger Umsatzsteuer in Rechnung stellen könnten als andere? Oder wie wäre es, wenn nicht nachhaltige Produktion in jedem Fall mehr Steuern abgeben müsste? Und Nachhaltigkeit heißt auch Langlebigkeit. Heißt man kann ein Produkt reparieren, alle Materialien sind nachhaltig produziert. Gutes Design fördert das Verständnis und kann auch durch Innovation bisherige Produktionsketten verbessern.

Alle Informationen zum Deutschen Nachhaltigkeitspreis Design finden Sie auf der Wettbewerbsseite.

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