News

Aktuelles über den DNP

News und Berichte

News vom

„Gewinnen kann, wer im Kerngeschäft nachhaltig ist.“

Foto: Dariusz Misztal

Dr. Otto Schulz, Vorstandsmitglied der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V., spricht im Interview über Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil für Unternehmen und blickt zurück auf zehn erfolgreiche Jahre DNP.

HERR SCHULZ, UM DIE WICHTIGSTE FRAGE DIREKT VORAB ZU KLÄREN: WIE STEHT ES UM DIE NACHHALTIGKEIT DEUTSCHER UNTERNEHMEN?

Wir beobachten deutliche Fortschritte beim Thema Nachhaltigkeit. In vielen Unternehmen wird das Thema mittlerweile in den Fokus gerückt und als Teil des eigenen Kerngeschäftes behandelt. Das zeigt sich auch bei der Personalaufstellung: Immer mehr Branchenkenner erarbeiten für ihr Unternehmen individuelle Nachhaltigkeitsstrategien als integrierter Bestandteil ihrer Geschäftsstrategien.

SIE SIND TEIL DES VORSTANDES DER STIFTUNG UND UNTERSTÜTZEN MIT A.T. KEARNEY ALS METHODIKEXPERTE. WAS SIND IHRER MEINUNG NACH DIE WICHTIGSTEN ASPEKTE, UM IM AUSWAHLPROZESS ZU PUNKTEN?

Wichtig ist, dass Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsstrategien in den für sie wichtigsten Themenfeldern etablieren: Das bedeutet, dass nur gewinnen kann, wer im Kerngeschäft nachhaltig ist – nicht allein in der Verwaltung. Ganz konkret heißt das also z. B., dass eine Bank nachhaltig bei der Vergabe von Krediten ist, eine Supermarktkette möglichst nachhaltige Produkte in möglichst nachhaltigen Ladengeschäften anbietet und ein Textilunternehmen auf Nachhaltigkeit in der Versorgungskette setzt. Zudem müssen konkrete Ziele formuliert und die Messbarkeit der Erfolge sichergestellt werden. Nur so können wir das Thema Nachhaltigkeit intern wie auch extern kommunizieren und Verbesserungspotenziale realisieren.

HÄTTEN SIE GEDACHT, DASS DER NACHHALTIGKEITSPREIS SO EIN ERFOLG WIRD, ALS SIE VOR 10 JAHREN ANFINGEN?

Die Zeit war einfach reif. Die Finanzkrise 2008 hat uns allen vor Augen geführt, was es bedeutet, wenn nachhaltiges Handeln von kurzfristigen Interessen überlagert wird. Es wurde klar, dass Nachhaltigkeit neben ökologischen und sozialen Zielen entscheidend für eine gesunde, starke wirtschaftliche Zukunft sein wird. Also aus dieser Perspektive: Ja, wir hofften, dass wir einen solchen Preis brauchen und das Thema die nötige Relevanz besitzt. Der Erfolg des DNP liegt aber vor allem an seiner breiten Verankerung in fortschrittlichen Unternehmerkreisen, bei Verbänden, NGOs und staatlichen Stellen.

WENN SIE AUF DIE NÄCHSTEN 10 JAHRE BLICKEN: WAS WIRD MAN VON UNTERNEHMEN IN SACHEN NACHHALTIGKEIT NOCH ALLES ERWARTEN KÖNNEN?

Ich denke vor allem eines: Nachhaltigkeit wird in Zukunft bereits von Anfang an in die Produktentwicklung einbezogen. Nehmen wir eines der aktuell zentralen Themen: Elektromobilität. Aus Nachhaltigkeitsperspektive schöpft die Batterieversorgungskette derzeit noch nicht ihr volles Potenzial aus. Wir beobachten aber, dass die Branche verstanden hat, dass E-Mobility nur funktionieren wird, wenn wirklich alle Teile der Kette und vor allem die Schlüsselkomponenten nachhaltig sind. Das wird den Ausgangspunkt der Produktentwicklung nochmal ganz anders setzen. Gleichzeitig gibt es immer mehr vernetzte Ansätze, die weit über einzelne Unternehmen hinausgehen.
 

Dr. Otto Schulz ist Vorstand der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. und Partner bei der Managementberatung A.T. Kearney. Dort leitet er die Bereiche Chemie sowie Sustainability. A.T. Kearney unterstützt den DNP als Methodikpartner bei der Suche nach den nachhaltigsten Unternehmen Deutschlands.

Dieses Interview erschien am 8. Dezember 2017 im Magazin des Deutschen Nachhaltigkeitspreises.

Um unsere Webseite für Sie fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.