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Kommune 2030 – nachhaltig und digital.

Dr. Kirsten Witte, Leiterin des Programms LebensWerte Kommune der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh, sprach anlässlich des Jubiläums des Deutschen Nachhaltigkeitspreises mit uns über innovative Mobilitätskonzepte, globale Verantwortung sowie den Beitrag der Kommunen zur Nachhaltigkeitsdebatte.

FRAU DR. WITTE, ES GIBT DIE DEUTSCHE NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE, MEHR ALS DIE HÄLFTE DER BUNDESLÄNDER HABEN EIGENE STRATEGIEN ENTWICKELT. WARUM IST DARÜBER HINAUS GERADE DER BEITRAG DER KOMMUNEN ZUR NACHHALTIGKEITSDEBATTE SO WICHTIG?

Die Kommunen bilden in vielerlei Hinsicht die Basis der Nachhaltigkeitsbewegung. Sie sind es, die das Thema mit den Lokalen-Agenda-Prozessen Mitte der 90er-Jahre als Erste aufgegriffen haben und es vorantreiben. In den Städten und Gemeinden – dort, wo die Menschen ihren Lebensmittelpunkt haben – ist die Betroffenheit am größten und es bestehen auch vielfältige Steuerungsmöglichkeiten für mehr Nachhaltigkeit: Lokale Wirtschafts- und Energieunternehmen, Verkehrsbetriebe, Wohnungswirtschaft und auch Bürger können sich hier sehr konkret einbringen. Vor Ort wird sich entscheiden, ob nachhaltige Entwicklung und die Umsetzung der 2030-Agenda ein Erfolg werden.

AUF DER EINEN SEITE DIE KONSEQUENT VERNETZTE, DIGITALE STADT, AUF DER ANDEREN SEITE DIE NACHHALTIGE KOMMUNE, BEI DER DIE LEBENSQUALITÄT DER BEWOHNER IM MITTELPUNKT STEHT. WIE GEHT DAS ZUSAMMEN?

Das geht sogar sehr gut zusammen, denn auch bei kommunalen Digitalisierungsprozessen sollte der Bewohner im Mittelpunkt stehen. „Nachhaltigkeit“ und „Digitalisierung“ sind vielleicht nicht zwei Seiten ein und derselben Medaille. Aber beide Konzepte zu verbinden schafft einen großen Mehrwert für Menschen und Kommunen.

WELCHE BEISPIELE GIBT ES?

Innovative Mobilitätskonzepte – einer der „Kernbereiche“ kommunaler Nachhaltigkeitsstrategien – sind ein gutes Beispiel für den Zusammenhang zwischen der digitalen Smart City und der Nachhaltigen Kommune. Neue Formen der Mobilität, ein modernisierter ÖPNV, Car-Sharing und ein kluger Mix der bestehenden Angebote erhöhen die Flexibilität für die Bürger und verringern gleichzeitig die Umweltbelastung. Die Zukunft besteht darin, dass wir mit einer App das komplette Mobilitätspaket für die Strecke von A nach B buchen können – unabhängig vom Fortbewegungsmittel, von Tarifzonen oder Einzelfahrscheinen. Oder nehmen Sie Städte wie Amsterdam, Barcelona, Wien, Stockholm oder Tallin. Dort ist es gelungen, digitale Lösungen zum Instrument umfänglicher städtischer Nachhaltigkeitsstrategien zu machen. Energieeffizienz, das Management von Abfall, Wärme, Strom sowie der Transport von Menschen und Gütern lassen sich konsequenter umsetzen mit neuen Technologien. Die Digitalisierung ist dabei lediglich ein Mittel zum Zweck – niemals ein Ziel an sich!

WENN SIE EINEN WUNSCH FREI HÄTTEN: WO SOLLTEN DIE DEUTSCHEN KOMMUNEN IM JAHR 2030 IN SACHEN NACHHALTIGKEIT STEHEN?

Zunächst würde ich mir natürlich wünschen, dass noch mehr Bürger und Kommunen sich auf den Weg gemacht haben, ihren Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung zu leisten und damit auch ihrer globalen Verantwortung nachzukommen. Und ich bin zuversichtlich, dass das passieren wird, denn die deutschen Kommunen sind im internationalen Vergleich durchaus gut aufgestellt. Mein zweiter Wunsch wäre, dass Kommunen die Chancen der Digitalisierung noch konsequenter als bisher zur Unterstützung ihrer Nachhaltigkeitsstrategien nutzen. Hier sehe ich im Vergleich mit dem Ausland durchaus noch erheblichen Aufholbedarf.

 

Noch bis zum 4. Mai 2018 können Städte und Gemeinden am Deutschen Nachhaltigkeitspreis teilnehmen, die eine umfassende nachhaltige Stadtentwicklung betreiben und bereits erfolgreich Projekte realisiert haben.

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