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Lebensmittel retten – Interview mit Too Good To Go

Am 4. Dezember 2020 wurde Too Good To Go mit dem Next Economy Award ausgezeichnet. Das Startup setzt sich mittels der gleichnamigen App für die Rettung von Lebensmitteln ein. Wie genau das funktioniert, was sich seit der Gründung getan hat, und warum Startups beim NEA mitmachen sollten, berichtet Laure Berment, Country Managerin bei Too Good To Go Deutschland, im Interview.

Noch immer ist Food Waste ein großes Thema – etwa ein Drittel aller Lebensmittel wird verschwendet und landet im Müll. Too Good To Go wirkt dieser Entwicklung entgegen. „Gemeinsam Lebensmittel retten“ ist das Motto, wie genau sieht die Umsetzung aus?
Über die Too Good To Go-Plattform können gastronomische Betriebe wie Cafés, Restaurants, Bäckereien, Supermärkte & Co übriggebliebenes Essen zu einem vergünstigten Preis an Selbstabholer/innen anbieten, damit das nicht weggeworfen werden muss. Aktuell kooperieren wir mit rund 5.000 Partnerbetrieben in über 900 Städten in ganz Deutschland, unter anderem mit Alnatura, Nordsee, dean&david oder Starbucks. Das bedeutet leckeres Essen zu einem kleinen Preis für unsere Community, weniger Verschwendung für die Betriebe und Ressourcenschonung für die Umwelt. Was viele nicht wissen: Neben der App engagiert sich Too Good To Go auch in anderen Bereichen für Lebensmittelrettung – beispielsweise über Aufklärungskampagnen, Bildungsangebote und auf dem politischen Parkett.

Wie viele Lebensmittel konntet ihr so schon vor dem Abfall retten?
Gemeinsam mit unserer Too Good To Go-Community bestehend aus mehr als 4 Millionen Menschen haben wir seit unserer Gründung im Jahr 2016 schon mehr als 6 Millionen Mahlzeiten gerettet. Darauf sind wir sehr stolz, immerhin sind Lebensmittelabfälle für 10 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Wie waren die Reaktionen von Cafés, Restaurants und Co. als ihr mit eurer Idee auf sie zugegangen seid? Mittlerweile zählen ja schon knapp 5000 zum Netzwerk.
Wir beobachten, dass das Konzept sowohl in Deutschland als auch international sehr gut ankommt, wir erhalten viel positives Feedback auch seitens unserer Partnerbetriebe. Heutzutage gibt es immer größeres Bewusstsein für Lebensmittelverschwendung und der Bedarf nach praktikablen Lösungen für den Alltag wächst. Genau dort setzt Too Good To Go an – wir sind sozusagen die richtige App zur richtigen Zeit.

Lebensmittelverschwendung in Zeiten von Corona – weiterhin ein großes Thema oder hat diese, nicht zuletzt aufgrund der Einschränkungen des öffentlichen Lebens, abgenommen?
Mehr als die Hälfte der Lebensmittelverschwendung in Deutschland findet zuhause statt. Dass wir nach wie vor mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen, ist also auch eine große Chance. Ein intensives Auseinandersetzen mit dem Thema Lebensmittel beim tagtäglichen Kochen, neue Wertschätzung mit Blick auf die kurzzeitige Knappheit von bestimmten Produkten, bessere Planung beim Einkauf – während des Lockdowns hat sich unsere Beziehung zu Lebensmitteln verändert und ihnen einen neuen Stellenwert gegeben. Eine wichtige Grundlage dafür, auch in Zukunft weniger Lebensmittel achtlos in die Tonne zu werfen. In einer aktuellen Studie mit dem Marktforschungsinstitut YouGov mit 2.000 Teilnehmer/innen haben wir übrigens herausgefunden, dass 51 Prozent der Befragten ihr Verhalten im Umgang mit Lebensmitteln seit der Corona-Krise geändert haben.

Für euer Engagement habt ihr im Dezember 2020 den Next Economy Award gewonnen. Wie war die Erfahrung für euch von der Bewerbung über die Pitches bis zum Siegermoment?
2019 haben wir die Awardverleihung noch als Zuschauer/innen verfolgt und waren so angetan, dass wir sofort wussten “auf diesen Preis müssen wir uns auch bewerben”. Ein Jahr später war es dann soweit. Mit jeder weiteren Runde ist die Aufregung gestiegen und alle Kolleg/innen haben kräftig die Daumen gedrückt, ob bei der Vorauswahl, dem ersten Pitch vor der Jury oder zuletzt auf der Bühne. Als wir dann aus dieser Runde an großartigen grünen Gründer/innen tatsächlich als Sieger des Awards gekürt wurden, war die Freude natürlich riesengroß. Auch die Tatsache, dass die Verleihung angesichts der aktuellen Beschränkungen etwas anders abgelaufen ist als ursprünglich geplant, hat der Stimmung keinen Abbruch getan.

Die Bewerbungsphase für den diesjährigen Next Economy Award startet am 15. März. Was ist eure Botschaft an grüne Gründerinnen und Gründer, die noch überlegen, ob sie teilnehmen sollen?
Den Termin auf jeden Fall schon mal im Kalender vormerken! Natürlich ist eine solche Bewerbung auch immer mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden aber es lohnt sich! Ob Preisträger oder nicht, es ist eine super Gelegenheit, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und Inspiration zu nachhaltigen Themen auszutauschen, die die Welt voranbringen. So können wir die “Next Economy” aktiv mitgestalten.

Startups aufgepasst: Ab sofort können sich grüne Grünerinnen und Gründer um den diesjärigen Next Economy Award bewerben. Alle Infos gibt es hier.

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