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„Nachhaltigkeit wird attraktiver“ – Interview mit Susanne Brandherm

Wir haben mit Susanne Brandherm über Ihr Mitwirken in der Jury des DNP Design gesprochen und darüber, was Nachhaltigkeit für sie bedeutet. Die Expertise der renommierten Innenarchitektin reicht von Laden- und Messedesign über Hoteleinrichtungen bis hin zu Büros und Privateinrichtungen.

1999 gründete Susanne Brandherm zusammen mit Sabine Krumrey das Büro brandherm + krumrey interior architecture. Neben ihrer gestalterischen Tätigkeit lehrt sie aktuell an der Hochschule Düsseldorf und engagiert sich als Vorstand der Karl Bröcker Stiftung für Kinder und Jugendliche.

Frau Brandherm, wir freuen uns, dass Sie die Jury des DNP Design verstärken! Was kann/soll ein weiterer Designpreis – neben den bereits vorhandenen – bringen?

Das interessante am Deutschen Nachhaltigkeitspreis Design ist für mich der ausschließliche Fokus auf das Thema. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Preis etablierte oder angehende Designer/innen dazu motiviert, nachhaltige Aspekte in ihre Gestaltung und Produktentwicklung zu integrieren. Ein solcher Preis macht das Thema attraktiver und kann für frischen Wind in den Debatten um eine nachhaltige Produktkultur sorgen. Die Frage der Nachhaltigkeit in diesem Bereich wird damit nicht nur für Designerinnen und Designer sowie für uns Jurymitglieder präsenter, sondern auch für eine größere Öffentlichkeit.

Inwiefern wird das Thema „nachhaltiges Design“ durch Ihr Mitwirken als Jurymitglied für Sie attraktiver und wodurch zeichnet sich gute Juryarbeit aus?

Das Mitwirken in einer Jury ist für mich besonders interessant, da ich unterschiedliche Perspektiven kennenlerne und mich von anderen Sichtweisen gerne auch überzeugen lasse, dies bezogen auf die eingereichte Arbeit wie aber auch die Diskussion mit den Jurykollegen. Ein guter Austausch der Jury zeichnet sich aus meiner Sicht durch folgenden Aspekt aus: Verschiedene Experten legen den Fokus auf unterschiedliche Aspekte, um daraus eine gemeinsame Bewertung zu entwickeln. Daraus ziehe ich meinen persönlichen Mehrwert.

Für diejenigen, die noch eine kleine Motivation brauchen: Warum lohnt sich eine Bewerbung?

Mit einer Bewerbung haben Unternehmen und Agenturen, Designer/innen, Studierende und Startups die Möglichkeit, ihr Design in den Fokus zu rücken. Das Einreichen eines Produktes und die Bewertung durch eine Fachjury kann ein großer Ansporn für die eigene Entwurfsarbeit sein. Auch oder gerade dann, wenn sich das Produkt noch in der Entwicklung befindet, kann ein solcher Preis dazu animieren, nachhaltige Aspekte mitzudenken. Manchmal braucht es ja eine kleine Inspiration.

Genau aus diesem Grund war es uns auch so wichtig, dass es auch die Kategorie der Visionen gibt für jene, die sich noch im Prozess befinden. Wie definieren Sie persönlich denn Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit umfasst für mich verschiedene Aspekte. Natürlich gehören für mich ökologische Fragen dazu, zum Beispiel im Hinblick auf den Herstellungsprozess oder das verwendete Material: Wo stammt es her und wie wird es verarbeitet? Ist es langlebig und lässt es sich recyceln? Aus meiner persönlichen Sicht geht es bei Nachhaltigkeit aber auch um andere Themen. Ebenso wichtig wie Fragen der Ökologie oder Ressourcenschonung ist für mich das Erlebnis im Zusammenhang mit der Nutzung eines Produktes. Wie fühlt es sich an und wie gerne gehe ich damit um? Wie präsent, zeitlos und damit letztlich dauerhaft ist es?

Was würden Sie sagen, wie sich die Rolle der Nachhaltigkeit in einer Ihnen sehr vertrauten Branche – der Innenarchitektur – entwickelt hat?

Hier komme ich auf das Thema der Materialität zurück. Heute achten viele Planer und Hersteller auf die Verwendung nachhaltiger Materialien oder Werkstoffe, dies auch unter dem Aspekt des nachhaltigen Herstellungsprozess. Auch geht es um die grundsätzliche Vermeidung von Emissionen, zum Beispiel mit der Umsetzung komplett emissionsfreier Projekte. Nachhaltigkeit wird heute wie selbstverständlich gefordert und im Gegensatz zu früher gibt es nicht mehr den häufig von mir kritisierten typischen „Öko-Look“. Die nachhaltigen Materialien von heute haben einen hohen Anspruch ans Design. Auszeichnungen wie der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Design können dazu beitragen, dass es noch mehr werden.

Alle Informationen zum Wettbewerb unter www.nachhaltigkeitspreis.de/design

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