News.

Aktuelles über den DNP.

News und Berichte

News vom

Wirkungsvolle Klimastrategien für Unternehmen – right. based on science im Interview

right. based on science hilft Unternehmen dabei, ihren Beitrag zum Klimawandel zu berechnen. Für das innovative Modell wurde das Frankfurter Startup beim 12. Deutschen Nachhaltigkeitspreis mit den Next Economy Award in der Kategorie Change ausgezeichnet.

Wir haben mit Dr. Sebastian Müller, LL.M – Gründer & Syndikusrechtsanwalt von right. based on science – darüber gesprochen, was sich hinter dem Geschäftsmodell des Startups verbirgt, wie sie als Team die aktuelle Krise wahrnehmen und warum sich eine Bewerbung um den Next Economy Award lohnt.

Ihr unterstützt Unternehmen dabei, ihren Beitrag zum Klimawandel zu berechnen und leistet somit einen wichtigen Beitrag für Maßnahmen zum Klimaschutz. Für die, die euch noch nicht kennen: Wie genau macht ihr das?

Seit unserer Gründung vor 4 Jahren haben wir eine Software entwickelt, mit der der Beitrag einer wirtschaftlichen Einheit (z. B. Unternehmen oder Portfolios) zum Klimawandel berechnet werden kann. Die Ergebnisse werden greifbar in einer °C-Zahl ausgedrückt. Herzstück der Software ist unser X-Degree Compatibility (XDC) Modell, mit dem wir wirtschaftliche Realitäten und Klimawissenschaft verbinden. Das XDC Modell ermöglicht außerdem Szenarioanalysen – zum Beispiel das Szenario, dass die aktuelle Klimastrategie des Unternehmens umgesetzt wird. So lässt sich prüfen, ob die Klimastrategie schon wirkungsvoll genug ist, um beispielsweise die Ziele des Pariser Klimaabkommens einzuhalten. Die Szenarioanalysen können also für das Setzen und das Management von Klimazielen, sowie für Risikosteuerung, Reporting (Inside-Out Perspektive der doppelten Wesentlichkeit) und Kommunikation genutzt werden. Finanzmarktakteure können auch Konditionen von Green Bonds oder Krediten an die XDC knüpfen, Transitions- oder <2°C-kompatible-Fonds anhand der XDC gestalten sowie zielgerichtetes Engagement mit beispielsweise ihren Portfoliounternehmen betreiben.

XDC Modell klingt erstmal sehr komplex und kompliziert. Was genau verbirgt sich dahinter?

Die Methodik ist zwar kompliziert, aber das Ergebnis ist einfach. Das ist das Besondere daran. Unser Modell setzt die Emissionsintensität eines Unternehmens ins Verhältnis zu seiner wirtschaftlichen Leistung. Besonders dabei ist, dass es ein ökonomisches Modell ist, das zugleich eine sehr starke klimawissenschaftliche Basis hat. Aus diesen sehr komplexen Prozessen machen wir eine einfache Zahl, die aussagt: „Wenn die ganze Welt so wirtschaften würde wie das betrachtete Unternehmen, würde sich das Klima um X°Celsius erwärmen.“ Dazu hat das XDC Modell im Kern drei Prozessschritte:

1. Wie viele Emissionen generiert ein Unternehmen, um eine Million Euro Bruttowertschöpfung zu erreichen?
2. Wie viele Emissionen würden entstehen, wenn die gesamte Weltwirtschaft ebenso emissionsintensiv wäre?
3. Wie stark würde sich die Erde dadurch bis 2050 voraussichtlich erwärmen?

Was dabei herauskommt, ist eine Zahl in Grad Celsius – die XDC. Dann schauen wir, auf welchen sektorspezifischen Grad Celsius-Wert das Unternehmen kommen müsste, um mit den auf der Pariser Klimakonferenz festgelegten Zielen kompatibel zu sein (wir nennen das Ziel-XDC). Der Sektorbezug ist dabei auch wichtig, da manche Branchen von Natur aus weniger emissionsintensiv sind als andere. Dort können entsprechend niedrigere Ziel-XDCs angesetzt werden.

Corona überlagert derzeit alle Themen. Umso wichtiger ist es, dass das Thema Nachhaltigkeit nicht von der Agenda verschwindet. Ihr widmet euch insbesondere dem Klimaschutz – welche Resonanz erlebt ihr diesbezüglich derzeit und in den letzten Wochen von Unternehmen?

Ja, die Diskussion rund darum wie ‚grün‘ die Zukunft nach Corona sein sollte, ist gerade sehr spannend. Das öffentliche Meinungsbild reicht da von der „Mutter aller Rezessionen“ bis zum „green focus“ des Wiederaufbaus. Es ist wichtig, dass Vorhaben wie etwa der EU Green Deal weiterhin vorangetrieben werden – das hat natürlich auch für uns enorme Bedeutung. Wir sind sehr aufmerksam, wie sich die Situation auch auf Seite unserer Kunden entwickelt. Bisher bekommen wir aber die Signale, dass sie von der Dringlichkeit und Bedeutung einer wirkungsvollen Klimastrategie weiterhin überzeugt sind und da auch weiter vorangehen möchten.

Im November 2019 hat euer Startup den Next Economy Award in der Kategorie Change gewonnen. Was habt ihr vom Deutschen Nachhaltigkeitspreis mitgenommen und was hat sich seitdem verändert?

Viel Schwung haben wir mitgenommen. Nach der erfreulichen Auszeichnung haben wir uns verdoppelt und sind nun über 20 Teammitglieder, das motiviert und gibt uns eine ganz neue Schlagkraft. Außerdem haben wir mit Unterstützung des equIP Startup-Förderprogramms der Wirtschaftskanzlei CMS seit Anfang 2020 einen neuen strategischen Investor hinzugewonnen: der Indexprovider Solactive AG ist bei uns eingestiegen und wir arbeiten schon an gemeinsamen „XDC Indizes“. Zudem steht das XDC Modell bereits für die akademische Welt in unserem Projekt „right.open“ frei zur Verfügung – in 2021 werden wir den Quellcode Open Source stellen. Es sollte also spannend bleiben.

Aktuell läuft die Bewerbungsphase für den diesjährigen NEA – welche Message habt ihr für grüne Gründer/innen, die gerade noch überlegen, ob sie sich bewerben?

Award-Bewerbungen sind immer nervenaufreibend und eine zusätzliche Anstrengung, die zum Tagesgeschäft noch dazu kommt. Das ging uns nicht anders. Aber die Anerkennung, die sich in dem Award ausgedrückt hat, war schon eine schöne Bestätigung für uns. Wir haben darüber außerdem sehr wertvolle Kontakte knüpfen können, die sich auch schon in Neugeschäftsaktivitäten übersetzt haben. Also: Einfach machen!

Vielen Dank für das Gespräch! In diesem Sinne: Die letzten Tage nutzen und noch bist zum 26. Mai für den Next Economy Award bewerben. Alle Infos unter www.nachhaltigkeitspreis.de/nea

Um unsere Webseite für Sie fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.