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„Womöglich trägt nachhaltiges Design zu einer Welt bei, die besser ist, als wir es für möglich halten.“

Der freie Journalist und Designkritiker, Klaus Thomas Edelmann, ist seit 1985 Verfasser zahlreicher Essays und journalistischer Beiträge, die sich kritisch mit den Themen Design, Architektur, Gestaltung und Gesellschaft auseinandersetzen.

Im Interview erklärt er, warum die die Themen Nachhaltigkeit und Design immer wieder neu verhandelt werden müssen.

Herr Edelmann, Sie sitzen in der Jury des DNP Design. Warum ist nachhaltiges Design wichtig?

Wer will, kann von Gestaltern lernen: „Gutes Design ist möglichst wenig Design“ sagt Dieter Rams. Das gilt für Produkte wie für digitale Dienste. Sie alle haben ungewollte Nebenwirkungen. Vermeidung ist die beste Nachhaltigkeit. Aber sie widerspricht unserem Streben nach allgemeinem Fortschritt wie dem nach persönlichem Komfort und Wohlbefinden. Guten Konsum gibt es nicht, bösen aber auch nicht. Im „Raumschiff Erde“ (Buckminster Fuller), bald von acht Milliarden Menschen besiedelt, gibt es weder Autarkie noch Autopilot. Doch ohne Konsum, ohne Handel und Austausch, brechen Gesellschaften zusammen. Daher müssen wir immer wieder neu bestimmen und regulieren, welche Produkte und Dienste wir brauchen, herstellen und dabei ihre Nebenwirkungen reduzieren. Ein Preis, der bewertet, was wir dabei erreicht haben, scheint mir äußerst sinnvoll.

Was kann/soll ein Preis für nachhaltiges Design – neben den vielen vorhandenen Designpreisen – bringen?

Nachhaltigkeit und Design sind Begriffe für die es keine Skala, keinen wissenschaftlichen Test gibt. Über ihre Qualität muss man immer wieder streiten, sich austauschen und verhandeln. Nur dann kann ein Urteil Bestand haben. Ein gut gemachter Wettbewerb trägt zu diesem Austausch bei. Und er kann jene Entwürfe unterscheidbar machen und stärken, die tatsächlich Schritte zu einer positiven Veränderung sind.

Warum sollten sich Unternehmen, Designer/innen, Studierende beteiligen?

An einem Wettbewerb zu Design und Nachhaltigkeit sollten sich alle beteiligen, die nachvollziehbar erklären können, weshalb ihr Produkt oder ihre Dienstleistung das Potential hat, positive Wirkungen auf die belebte Sphäre zu entwickeln. Warum ist ein Mehr von ihrem Produkt zugleich ein Weniger an Verschmutzung und Gefährdung? Warum ist es eine Bereicherung während seiner Herstellung, seinem Gebrauch und selbst noch, wenn es nicht mehr im vorgesehenen Sinne nutzbar ist?

Was verstehen Sie unter nachhaltigem Design?

Die Begriffe Nachhaltigkeit und Design beanspruchen Absolutheit. Und doch müssen sie von Menschen immer wieder neu bestimmt und in einen veränderten Kontext gestellt werden. Erst dann entfalten sie ihre Wirksamkeit. Womöglich trägt nachhaltiges Design zu einer Welt bei, die besser ist, als wir es heute für möglich halten.

Alle Informationen zum DNP Design finden Sie auf der Wettbewerbsseite.

Interviews mit weiteren Jurymitgliedern, darunter Prof. Johann Tomforde, Christiane Overkamp und Tulga Beyerle, gibt es im Newsbereich.

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