Zurück

Norman Foster erhält den Preis als Vorreiter für nachhaltige Architektur und Baukunst.

lord_norman_foster_preisuebergabe_985x462px
lord_norman_foster_315x148px

Lord Norman Foster (Jahrgang 1935) ist Gründer und Geschäftsführer von „Foster + Partners“, einem der renommiertesten Architekturbüros der Welt. Nach einem Studium der Architektur und Stadtplanung in Manchester und Yale eröffnete er das Unternehmen 1967 unter dem Namen „Foster Associates Ltd.“ in London.

Der britische Architekt zählt seit Mitte der 1970er Jahre zu den weltweit gefragtesten Planern. Ursprünglich waren seine Entwürfe von einem durch Maschinen beeinflussten High-Tech-Stil gekennzeichnet. Später entwickelte er einen weitaus zugänglicheren Stil scharfkantiger Modernität. Auf internationaler Ebene stellt der Hongkong International Airport (1992-1998), der auf einer künstlichen Insel errichtet wurde, einen seiner größten Entwürfe dar. In London war Lord Foster u. a. für die Millenium Bridge (1999) und die Überdachung des Innenhofs des British Museum (1999) verantwortlich. Es fällt die breite Präsenz gebauter Objekte in Deutschland auf. Grund hierfür sind von ihm ausdrücklich genannte Geistesverwandtschaften zu Persönlichkeiten der deutschen Architektur- und Designgeschichte. Zu Fosters populärsten Entwürfen in Deutschland zählen der Umbau und die Neugestaltung des Berliner Reichstags mit dem markanten Merkmal der riesigen begehbaren Glaskuppel (1994-1999). Bei dieser architektonischen Meisterleistung setzte Lord Foster Standards für niedrigen Energieverbrauch und verwirklichte seine Grundwerte „Funktionalität, Beständigkeit und Anmut“.

In Frankfurt/Main schuf er 1993-1997 den Commerzbank-Tower, der als erstes „green building“ der Welt gilt. In dem Hochhaus im Bankenzentrum der Mainmetropole verwirklichte Foster erstmals ein durchgängiges, ökologisches Gesamtkonzept für ein auch architektonisch wegweisendes Hochhaus. Beispielsweise ist aufgrund einer doppelten Außenfassade eine Lüftung mit Frischluft möglich, zusätzlich kann über die Decken mit Wasser eine Raumkühlung vorgenommen werden. Insgesamt wurde ein ökologischer Ansatz verfolgt, der bis in kleine Details den Energiebedarf vermindert, so gibt es beispielsweise in den Toiletten kein warmes Wasser zum Händewaschen. Wegen der innovativen, gestalterisch hochwertigen und gleichzeitig nachhaltigen Bauweise wurde das Gebäude mit dem „Green Building Award“ der Stadt Frankfurt am Main ausgezeichnet.

Mit Masdar City greift Lord Foster nun nach den Sternen. Die „nachhaltigste Stadt der Welt“ in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) plante er unter Zugrundelegung strengster Nachhaltigkeitsrichtlinien. Ziel ist es dabei, in der arabischen Wüste eine dicht besiedelte aber lebenswerte Modellstadt zu schaffen, die frei von CO2-Emissionen und durch konsequentes Recycling nahezu frei von Abfall ist. Die Stromversorgung soll vollständig durch die Verwendung regenerativer Energiequellen erfolgen; durch die Siedlungsdichte sollen Höfe, Windtürme und Wasser zur natürlichen Kühlung genutzt werden. Neue Mobilitätskonzepte skizzieren unterirdische Transportsysteme, die vermutlich überirdisch umgesetzt werden, jedoch bereits jetzt Vorbildcharakter für andere Projekte haben. Mit Masdar City wird Fosters Vision, der zunehmend wachsenden Bevölkerung auf lebenswerte und nachhaltige Art Unterkunft zu bieten und „mehr mit weniger zu machen“, zwar langsamer als erhofft, jedoch bereits in ersten Gebäuden Schritt für Schritt Realität.

Neben seinem Einsatz für zukunftsfähiges Bauen zeigt Lord Foster humanitäres Engagement. Zur Verbesserung der Bildungsmöglichkeiten benachteiligter Kinder in Entwicklungsländern hat Fosters Büro zusammen mit weiteren Partnern u. a. den Bau einer Schule in Sierra Leone geplant, die finanzierbar und nachhaltig ist. Durch mehrere hochflexible Gebäude mit großen Klassenzimmern, effektiver Ventilation und Tageslichteinfall sollen die Lernbedingungen der Kinder optimiert werden. Der Bau dieser Schule wird von Lord Foster und seiner Familie finanziert. Für seinen langjährigen Einsatz wurde er 2011 mit dem „Save The Children Award“ ausgezeichnet.

www.fosterandpartners.com

Preisträgerbegründung