Ehrenpreisträgerbegründung

Prof. Hans Joachim Schellnhuber

erhält als einer der weltweit renommiertesten Klimaforscher den Ehrenpreis des Deutschen Nachhaltigkeitspreises.

Der deutsche Klimaexperte Prof. Dr. Dr. Hans Joachim „John“ Schellnhuber (*1950) wird unter anderem für seinen enormen Einfluss auf Wissenschaft, Politik und Wirtschaft als Folge seiner frühen Forderungen nach nachhaltigen Lösungen der Klimakrise geehrt. Zu den Schwerpunkten seiner Arbeit gehören die Klimafolgenforschung und die Erdsystemanalyse.

Nach dem Studium der Physik und Mathematik an der Universität Regensburg, das er 1970 nach Erhalt eines Hochbegabten-Stipendiums aufnimmt, folgt 1980 zunächst die Promotion in theoretischer Physik mit summa cum laude, 1985 schließlich die Habilitation.

Von 1992 bis 2018 ist Schellnhuber Direktor des von ihm gegründeten Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), das heute weltweit zu den angesehensten Instituten im Bereich Klimaforschung zählt. Sein außerordentlicher Einfluss insbesondere auf politischer Ebene schlägt sich in seinen Mitgliedschaften in zahlreichen Beratungsgremien und Aufsichtsräten nieder. So wird er 2004 als Teil eines ausgewählten Kreises von Wissenschaftlern in das Weiße Haus eingeladen, um die damalige Bush-Regierung über aktuelle Ergebnisse der Klimaforschung aufzuklären. 2007 wird er zum wissenschaftlichen Chefberater der Bundesregierung zu den Themen Klimawandel und internationaler Klimapolitik ernannt, worauf von 2009 bis 2016 der Vorsitz des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) folgt. Aktuell ist er unter anderem Aufsichtsratsvorsitzender der Climate Knowledge and Innovation Community (KIC) sowie langjähriges Mitglied des Weltklimarats (IPCC).

Es überrascht wenig, dass Schellnhubers Leistungen mehrfach prämiert werden. Erwähnenswert ist vor allem der Blue Planet Prize der Asahi Glass Stiftung, den er 2017 für seinen wegweisenden Beitrag zur Etablierung der Zwei-Grad-Grenze der globalen Erwärmung erhält. Der Preis gilt als die international bedeutendste Auszeichnung für Pioniere der Nachhaltigkeitsforschung.

Ende 2019 legt der Klimaforscher gemeinsam mit Marc Weissgerber den Grundstein für die Initiative „Bauhaus der Erde“ gGmbH, die sich der Frage, wie die gebaute Umwelt in Zukunft ökologisch nachhaltig, sozial gerecht und ästhetisch ansprechend gestalten werden kann, widmet. Zu seiner Initiative für nachhaltiges Bauen sagt Prof. Dr. Dr. Hans Joachim Schellnhuber:

„Ohne radikale Bauwende auf Basis einer bio-basierten Kreislaufwirtschaft wird das Pariser Klimaabkommen scheitern“. Das „Bauhaus der Erde“ macht es sich zum Ziel, zugleich Wegweiser für Innovationen im Bausektor sowie gutes Beispiel und ein entscheidender Anstoß für die Politik zu sein.

Dass Schellnhubers Wirken über Wissenschaft, Politik und Wirtschaft hinausgeht, zeigt 2015 auf besondere Weise eine Pressekonferenz im Vatikan: Der deutsche Klimaexperte stellt an der Seite Kardinals Peter Turkson die neue Enzyklika Laudato si' von Papst Franziskus vor, an dessen Entstehung er als päpstlicher Berater maßgeblich beteiligt ist. Die Enzyklika widmet sich dem Thema Umwelt und Entwicklung und ist die erste Umweltenzyklika eines Papstes überhaupt.

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