Dr. Ngozi Okonjo-Iweala erhält den Ehrenpreis des Deutschen Nachhaltigkeitspreises für ihre außergewöhnliche integrative Führung, mit der sie globalen Handel, nachhaltige Entwicklung und soziale Gerechtigkeit verbindet – und damit zeigt, dass wirtschaftliche Regeln zukunftsfähig gestaltet werden können.
Ngozi Okonjo-Iweala (geb. 13. Juni 1954 in Ogwashi-Ukwu, Nigeria) ist eine herausragende Ökonomin, Entwicklungsstrategin und Institutionenexpertin. Sie war zweimal Finanzministerin Nigerias, leitete global bedeutende Reformen und war langjährige Führungskraft in der Weltbank. Seit dem 1. März 2021 ist sie als erste Frau und erste Afrikanerin Direktor-Generalin der Welthandelsorganisation WTO – eine Position von strategischer Bedeutung für globalen Handel, nachhaltige Entwicklung und inklusive Teilhabe.
In ihrer Zeit als Finanzministerin Nigerias führte sie bedeutende Reformen ein: Sie setzte sich konsequent für Transparenz ein, kämpfte gegen Veruntreuung, führte ein System zur Zentralisierung von Staatseinnahmen und beseitigte “Geisterarbeiter” aus den Lohnlisten – Maßnahmen, die Haushaltsdisziplin stärkten und staatliche Effizienz erhöhten.
Bei der WTO nutzt sie ihre Plattform, um Handelsregeln neu zu denken – mit Blick auf Klimaschutz, faire Bedingungen für Entwicklungsländer und eine nachhaltige Wirtschaftsordnung. Sie setzt sich dafür ein, dass Zölle nicht unbeabsichtigt fossile Industrien bevorzugen, dass Umweltgüter leichter handelbar werden und dass auch ärmere Länder am globalen System teilhaben können.
Sie zeigte Führungsstärke auch in der COVID-19-Pandemie, indem sie die WTO für eine global gerechtere Verteilung von Impfstoffen einsetzte und betonte, dass Handelspolitik und Gesundheitspolitik Hand in Hand gehen müssen. Dr. Okonjo-Iweala steht für eine neue Generation globaler Verantwortung: Sie verbindet ökonomisches Denken mit ethischer Klarheit, Staatskunst mit Reformgeist und institutionelle Stärke mit integrativer Vision.