Ehrenpreisträgerbegründung

Gregory Porter

Gregory Porter erhält den Ehrenpreis des Deutschen Nachhaltigkeitspreises für seine große Kunst und für eine Haltung, die Würde, Mitgefühl und Verantwortung in den Mittelpunkt stellt.

Geboren 1971 in Sacramento und aufgewachsen in Bakersfield, Kalifornien, wurde Gregory Porter zu einer der unverwechselbarsten Stimmen des zeitgenössischen Jazz und Soul. Geprägt von Gospel, Blues, Soul und der Musik Nat King Coles, fand er nach ersten Auftritten in kleinen Clubs zu internationaler Anerkennung. Mit Alben wie Liquid Spirit und Take Me to the Alley gewann er zwei Grammy Awards und erreichte ein Publikum weit über die Jazzwelt hinaus.

Seine Musik lebt von einer seltenen Verbindung aus Kraft und Zartheit. Gregory Porter singt von Liebe, Verlust, Herkunft, Familie, Hoffnung und Gerechtigkeit. Seine Stimme berührt, ohne Pathos zu brauchen. In ihr klingen die afroamerikanische Musiktradition, persönliche Erfahrung und ein tiefes Gespür für die Verletzlichkeit des Menschen zusammen. So entsteht Kunst, die nicht nur unterhält, sondern verbindet.

Diese Haltung zeigt sich auch in seinem sozialen und humanitären Engagement. Zum World Refugee Day nahm Porter gemeinsam mit Common und Keyon Harrold den Song „Running“ auf — Teil einer Initiative, die Musik für soziale Gerechtigkeit und humanitäre Anliegen nutzt. Die Veröffentlichung sollte Organisationen unterstützen, die sich für Geflüchtete und vom Krieg vertriebene Menschen einsetzen.

Auch Kindern und Jugendlichen gilt seine besondere Aufmerksamkeit. Für Disney sang er gemeinsam mit CHERISE „Love Runs Deeper“ zugunsten von Make-A-Wish, einer Organisation, die schwerkranken Kindern besondere Wünsche erfüllt. Für die Charity-Single „Make Believe“ stellte er seine Stimme zugunsten von War Child zur Verfügung, das Kinder unterstützt, die von Krieg und Gewalt betroffen sind.

Zugleich greift Porter in seinem Werk immer wieder Erfahrungen von Ausgrenzung, Rassismus und gesellschaftlicher Ungerechtigkeit auf. Songs wie „1960 What?“ erinnern an Bürgerrechtskämpfe und an die Notwendigkeit, Unrecht nicht zu vergessen. Porter moralisiert nicht. Er erzählt. Und gerade dadurch macht er hörbar, was eine menschliche Gesellschaft braucht: Empathie, Erinnerung, Respekt und die Bereitschaft, Verantwortung füreinander zu übernehmen.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ehrt mit Gregory Porter einen Künstler, der zeigt, dass Musik mehr sein kann als Ausdruck und Erfolg: ein Raum der Menschlichkeit, ein Mittel der Verständigung und eine Stimme für diejenigen, die zu selten gehört werden