Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Unternehmen

Glas- und Keramikindustrie

Welche Unternehmen und Einrichtungen bewältigen die spezifischen Herausforderungen dieser Branche am besten? Wer leistet wirkungsvolle Beiträge zum Wandel im eigenen Betrieb oder durch Produkte und Dienstleistungen? Wo werden die Chancen der Transformation besonders erfolgreich und beispielhaft genutzt?

Glasklar nachhaltig.

Der DNP für die Vorreiter energiesparender und klimaschonender Fertigungsprozesse von Glas und Keramik

Produkte aus Glas oder Keramik werden aus natürlichen, meist heimischen Rohstoffen hergestellt, und bergen somit großes Nachhaltigkeitspotenzial in sich. Glas lässt sich zudem zu 100 Prozent recyceln: Heute besteht jede Flasche im Schnitt zu 60 Prozent aus „Alt“-Scherben, bei grünem Glas sind es sogar bis zu 90 Prozent.

Keramische Produkte und Porzellan punkten mit besonderer Langlebigkeit. Chancen zu mehr Nachhaltigkeit bestehen darin, Glas und Keramik emissionsärmer und unabhängiger von fossilen Brennstoffen herzustellen. Unternehmen erproben zum Beispiel, Brennöfen mit Strom oder grünem Wasserstoff zu betreiben.

Ein weiterer Hebel ist die Nutzung der Abwärme der Öfen, um Energieverbräuche weiter zu senken und weniger Emissionen zu verursachen. In der Glasproduktion führt neben dem Einsatz von Altglas auch die Gewichtsreduzierung von Glasprodukten zu weniger Energieaufwand. Der hohe Wasserverbrauch bei der Keramikproduktion birgt weitere Nachhaltigkeitspotenziale, indem etwa Regenwasser genutzt und Abwasser aus dem Herstellungsprozess wiederverwendet wird.

Die Branche verfügt über vielfältige Impacthebel. Im Gebäudebereich sind Fenster beispielsweise entscheidender Faktor für Energieeffizienz; ins Glas eingearbeitete Solarfähigkeit ermöglicht es, im Fenster ohne Zusatzflächen Energie zu erzeugen.

Bei Getränkeflaschen ist das Nachhaltigkeitsplus weniger eindeutig: zwar ermöglichen Mehrwegflaschen eine vielfache Wiedernutzung und sparen Produktionsemissionen. Aufgrund des ihres Gewichts verbrauchen Glasflaschen allerdings mehr Energie und CO2 beim Transport. Keramikhersteller können darüber hinaus die weltweite Sanitärsituation in den Blick nehmen: Hunderte Millionen von Menschen haben keinen Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen.

Zur Branche gehören Flachglas, Hohlglas (Behälterglas, Kristall- und Wirtschaftsglas), Mineral- und Glasfasern sowie Gebrauchs- und Spezialglas (sonstige Gläser und technische Glaswaren). Zu den wichtigsten Segmenten in der Herstellung keramischer Produkte zählen nichtmetallische, gebrannte Werkstoffgemische zur Herstellung von Gebrauchsgütern wie Porzellan und keramische Haushaltswaren sowie Bau- und Sanitärkeramik, feuerfeste keramische Werkstoffe und Waren, Isolatoren. Den DNP für Unternehmen dieser Branche unterstützen neben den Assessmentpartnern PwC Deutschland und score4more auch die Magazine Glaswelt und econic.

Alles Wissenswerte zum Wettbewerb hier auf einen Blick.

Der Sieger heißt SCHOTT.

Die Entscheidung über den Sieger ist gefallen: Die Fachjury hat den Spezialglashersteller aus Mainz an die Spitze der nachhaltigen Vorreiter in dieser Branche gewählt.

Die Vorbilder des nachhaltigen Wandels in Deutschland: Die 140 Juror:innen des DNP für Unternehmen haben sich mit Expertise, Augenmaß und Mut für diejenigen Unternehmen entschieden, die aus ihrer Sicht in diesem Jahr die nachhaltige Transformation in ihren Branchen anführen. Ihre Entscheidungen spiegeln erkennbar Breite und Tiefe der Transformation: Mit sehr unterschiedlichen Herausforderungen, Unternehmensgrößen und Kontexten.

Die SCHOTT AG hat sich – wie die anderen Sieger des Wettbewerbs – im Finale durchgesetzt, weil das Unternehmen besonders wirksame, beispielhafte Beiträge zur Transformation geleistet, damit Vorbildcharakter erworben und richtige Signale in seine Branche und darüber hinaus gesendet hat. Mit auch nur einem Kandidaten in einem Interessenkonflikt stehende Juror:innen waren in der Entscheidungsrunde gesperrt.

Die Branchenvorreiter auf einen Blick.

Unter den Nominierten und Finalisten des Jahres 2023 finden sich innovative KMUs, transformative Herausforderer und Konzerne im Umbruch.

Die Karte zeigt alle Vorreiter der Transformation in dieser Branche – und bei entsprechender Auswahl auch die Nominierten in anderen Branchen oder ganzen Sektoren.

Sie alle zusammen bilden noch nicht das vollständige Bild, sind aber sicher die größte Gruppe, die bisher in einem Wettbewerb zur nachhaltigen Transformation zusammengestellt wurde.

Diese Fachjury entscheidet.

Die Branchenjury trifft anhand der Unternehmensprofile, Scorings und persönlicher Erfahrungen die Entscheidungen über Branchenvorreiter. Die Juroren sind unabhängig, keinerlei Partikularinteressen verpflichtet und wirken nach klaren Compliance-Regeln mit.

Kira Cieslewicz

Wissenschaftliche Mitarbeiterin CSM der Leuphana Universität Lüneburg

Dr. Johann Overath

Hauptgeschäftsführer Bundesverband Glasindustrie e.V. 

Dr. Marita Paasch

Partnerin taskforce - Management on Demand GmbH

Ursula Tischner

CEO econcept, Agency for Sustainable Design

Jürgen Schmidt

Vorstandsvorsitzender memo Stiftung

Recherchepartner score4more.

Recherchepartner des DNP für Unternehmen ist das Berliner Startup score4more. Es hat sich auf das Erstellen differenzierter Nachhaltigkeitsprofile von Unternehmen und deren Bewertung spezialisiert, nachdem die Gründer den DNP zuvor über zehn Jahre begleitet und maßgeblich zur methodischen Fortentwicklung des Unternehmenswettbewerbes beigetragen haben. score4more stellt ab 2023 die digitale Architektur für die Recherche über alle Sektoren und Branchen und die daraus hervorgehenden Unternehmensprofile zur Verfügung.

Unternehmen jeder Größe, ob berichtspflichtig oder nicht, können kostenfrei ihre Profile erstellen und so die Plattform zur Bewerbung um den DNP nutzen. score4more hat auch den branchenspezifischen Scoring-Ansatz entwickelt, der Vergleich- und Bewertbarkeit der Unternehmen ermöglicht. Der DNP nutzt die technologische Plattform von score4more, um im Wettbewerb Tausende von Unternehmen, Maßnahmen und Kennzahlenwerte abzubilden, auszuwerten und über transparente Juryprozesse die Vorreiter der Nachhaltigkeit in Deutschland zu ermitteln.

Zur Website von score4more
Transparenzhinweis