Stadt Leipzig mit
Stadt Travnik (Bosnien und Herzegowina)

Stadt Leipzig mit Stadt Travnik (Bosnien und Herzegowina)

Die 1997 kurz nach Ende des Krieges in Bosnien-Herzegowina von der Gemeinde Travnik angestoßene Partnerschaft mit Leipzig besteht seit mehr als 20 Jahren und wird seit jeher vom Engagement der BürgerInnen beider Städte gestaltet und getragen. Die Kriegsfolgen begründeten anfangs vor allem unkomplizierte, humanitäre Hilfe. Mit dem festen Ziel, die Herausforderungen der staatlichen, politischen und wirtschaft- lichen Transformation nicht nur symptomatisch, sondern von Grund auf anzugehen, trat an die Stelle der materiellen Hilfe schnell ein vielfältiger und fundierter fachlicher Austausch. Nachhaltigkeit bzw. die Inhalte der späteren SDGs spielten damit von Anfang an implizit eine Rolle und waren die ideelle Leitlinie des Engagements, das „von unten“ die Städtepartner- schaft auf- und ausgebaut hat. 

Zu den facettenreichen Maßnahmen zählen u.a. Projekte in den Bereichen nachhaltiger und partizipativer Stadtentwicklungs- planung, nachhaltiger Mobilität und Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie verantwortungsvollen Wirtschaftens. Das jüngste Projekt umfasst eine umfassende Verbesserung der Fahrradinfrastruktur in Travnik sowie Trainings zum Fahrrad- verkehr an Travniker Schulen. Ein weiteres aktuelles Projekt ist die Erstellung eines Abfallwirtschaftssystem, inklusive eines Sensibilisierungsprogramms für Müllvermeidung und -trennung und Recycling für Travnik und drei angrenzende Gemeinden, welches in Bosnien-Herzegowina und dem westlichen Balkan als Vorbild dienen kann. 

 

Als wichtiger Beitrag zur interethnischen Verständigung sind eine Spendenkampagne und die Rekonstruktion der kriegs- zerstörten Orgel eines Klosters, das während des Krieges Menschen aller Ethnien Zuflucht gewährte, lobend zu erwähnen. Das Projekt und die abschließenden Benefizkonzerte brachten Menschen aller in Travnik lebenden Bevölkerungsgruppen zusammen und trugen somit zum friedlichen Zusammenleben bei. Die Partnerschaftsprojekte sind explizit darauf bedacht, Menschen unterschiedlicher Ethnien einzubinden und es entstehen persönliche und professionelle Kontakte, die auch über die Projekte hinaus bestehen.

Die Einbindung vieler Akteure und jährliche Bürgerreisen mit Vertretern aus unterschiedlichsten Bereichen tragen zu der dynamischen Partnerschaft bei, die 2003 formalisiert wurde. Neben dem stark engagierten Partnerschaftsverein Leipzig – Travnik e.V. sind mehrere Ämter der Stadt Leipzig sehr intensiv beteiligt. In Travnik gibt es ein Büro mit einem vom Partnerschaftsverein finanzierten Mitarbeiter, welches sowohl die bedarfsgerechte Ausrichtung als auch die Nachhaltigkeit der Projekte sichert.

Besonders hervorzuheben ist ein an den SDGs ausgerichtetes Handlungskonzept für die Jahre 2019 – 2022. Neben dem Transformationsgedanken bilden Zusammenarbeit auf Augenhöhe, Toleranz für und Förderung von Vielfalt sowie ein friedliches Zusammenleben die Eckpfeiler der Kooperation, welche die Jury mit einer Platzierung unter die Top 3 der Kategorie „Kommunale Partnerschaften“ würdigt.

 

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