Leipzig mit
Travnik (Bosnien und Herzegowina)

Leipzig mit Travnik (Bosnien und Herzegowina)

Offiziell wurde die Städtepartnerschaft zwischen Leipzig und Travnik 2003 durch den Beschluss der Städteoberhäupter. Jedoch entwickelten sich schon seit dem Jahr 1997 intensive Kontakte und vielversprechende Projekte zwischen den Städten. Durch den „Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Leipzig-Travnik“ freundeten sich bereits viele engagierte Leipziger mit Travnikern an. Aus unkomplizierter, humanitärer Hilfe, ist eine erfolgreiche Nachhaltigkeitspartnerschaft erwachsen. Seit 2017 erhält die Städtepartnerschaft Förderung durch die SKEW innerhalb der Maßnahme „Kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaften“.

Grundlegende Ziele der beiden Städte basieren auf einer Partnerschaft auf Augenhöhe und der Betrachtung der ethnischen und kulturellen Vielfalt Travniks als Potential. Mit Fokus auf die SDGs soll deshalb in beiden Städten die Toleranz und Lebensqualität gesteigert werden und der europäische Integrationsprozess Bosnien und Herzegowinas auf kommunaler Ebene vorangetrieben werden. Gemeinsam gehen die Partnerstädte das Abfallproblem in Travnik an und nutzten die Expertise Leipzigs zu diesem Thema. Das regionale Abfallkonzept wurde in Zusammenarbeit mit vier ethnisch gemischten Kommunen des Kantons erstellt. Mittlerweile möchten sich allerdings auch alle anderen Kommunen des Kantons daran beteiligen.

Weitere Maßnahmen der vielfältigen Projekte liegen im Bereich der nachhaltigen und partizipativen Stadtentwicklung. Es soll mehr auf nachhaltige Mobilität gesetzt werden, wodurch besonders der Fahrradverkehr gefördert wird. Beispielsweise wurde ein Umbau ermöglicht, bei dem eine Hauptstraße um einen Fahrradstreifen ergänzt wurde. Dazu wurden an bereits drei Plätzen in Travnik Fahrradbügel installiert. Zusätzlich gab es eine Förderzusage für die Einführung einer Verkehrsapp à la Leipzig.

Die Städtepartnerschaft engagiert sich allerdings auch in kultureller Hinsicht. Beispielsweise wurde eine durch den Krieg zerstörte Orgel rekonstruiert. Bemerkenswert ist auch die zivilgesellschaftliche Dynamik der Partnerschaft, die mit der Zeit entstanden ist. Die Bürger tauschen sich intensiv im Kultur- und Sportbereich aus, es gibt Schüleraustausche und jährliche Besuche. Das Engagement zeigt sich dabei von beiden Seiten, sensibilisiert die Bürger und bringt ein Wachstum interkultureller Kompetenz mit sich.

Die Jury würdigt die Partnerschaft zwischen Leipzig und Travnik mit einer Nominierung unter die Top 3 in der Kategorie „Kommunale Partnerschaften 2020“ des Deutschen Nachhaltigkeitspreises.

Zum Download der Jurybegründung

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