S.E. Lyonchhen Tshering Tobgay,
Premierminister des Königreichs Bhutan

erhält für seine vorbildliche Nachhaltigkeitspolitik sowie stellvertretend für das Königreich Bhutan, das sich auf Beispiel gebende Weise in Richtung ökologischer, sozialer und politischer Zukunftsfähigkeit orientiert, den Ehrenpreis des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2016.

Bhutan hat in den letzten Dekaden erhebliche Entwicklungsschritte in Richtung Modernität gemacht. Wesentliche Merkmale des verantwortungsbewussten Umgangs mit dieser Dynamik sind die rapide Entwicklung von sozialer und wirtschaftlicher Infrastruktur sowie Investitionen in die eigenen gesellschaftlichen Ressourcen durch den freien Zugang zu Bildung und dem Gesundheitswesen. Bemerkenswert sind auch der Demokratisierungsprozess und die Reformen hin zu einer konstitutionellen Monarchie.

Dabei ist der politische Alltag Bhutans geprägt von dem Konzept des „Bruttosozialglücks“ / Gross National Happiness (GNH). Das GNH ist eine weltweit beachtete Nachhaltigkeitsstrategie, die darauf abzielt, gerechte sozio-ökonomische Entwicklungen voranzutreiben, die natürliche Umwelt zu erhalten, Ressourcen zu schonen, die Kultur zu bewahren und zu fördern sowie gute Regierungsführung zu etablieren. Alle politischen Entscheidungen werden systematisch nach diesen Aspekten überprüft.

An der politischen Spitze steht Lyonchhen Tshering Tobgay, der 2013 zum zweiten Premierminister Bhutans gewählt wurde. Er ist das Gesicht der Demokratisierung und Motor einer zukunftsfähigen Entwicklung des Landes. Premierminister Tobgay führt den Staat sowohl durch Bewahrung wertvoller Errungenschaften aus den Traditionen Bhutans, als auch durch die Einbindung innovativer Ideen in allen Bereichen. 

 

DOWNLOAD

So wird er zum Motor der Entwicklung Bhutans hin zu „Bruttosozialglück“.

In seine Regierungszeit fallen wesentliche politische Maßnahmen, die eine nachhaltige Entwicklung voranbringen: So wurden Projekte initiiert, die den Waldbestand nicht nur erhalten, sondern vergrößern: Mehr als die Hälfte der Fläche Bhutans ist Naturschutzgebiet. Jedes Jahr werden 6,3 Millionen Tonnen CO2 gebunden, das sind vier Mal mehr als das Land emittiert. Unter anderem dadurch ist Bhutan globaler Hotspot der Biodiversität: Das Land weist die höchste Artendichte der Welt auf. Der Ausbau Erneuerbarer Energien wird intensiv gefördert. Dabei spielt aufgrund einer Vielzahl an schnellfließenden Flüssen die Wasserkraft eine zentrale Rolle, die sowohl für Bhutans Wirtschaft als auch für die Nachbarländer zur wichtigen Energiequelle wird. In den ländlichen Gebieten wird vorranging Wind- und Solarenergie eingesetzt. Die Regierung fördert die Nutzung dieser Energieformen mit kostenlosen Zugängen, um der starken Verwertung des Energieträgers Holz entgegenzuwirken. Mithilfe der von Premierminister Tobgay lancierten Initiative „Clean Bhutan Project" soll Bhutan bis 2030 vollständig müllfrei werden, indem die Bürger für die Wiederverwertung von Ressourcen und für Recycling sensibilisiert werden. Über den „Bhutan Health Trust Fund" erhalten Bhutanesen kostenlosen Zugang zur medizinischen Grundversorgung.

2013 hat die Bertelsmann Stiftung nach umfassender Recherche fünf Staaten benannt, die auf beispielhafte Weise und besonders erfolgreich mit nachhaltiger Politik den Wandel in ihrem Inneren gestalten. Bhutan wurde als eines dieser weltweiten Leitbilder für nachhaltige Entwicklung identifiziert.