Bjarke Ingels

erhält den Ehrenpreis des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2020 als weltweit führender Visionär nachhaltiger Architektur.

Bjarke Ingels (Jahrgang 1974) ist Gründer der Bjarke Ingels Group (BIG), mit Sitz in Kopenhagen, New York, London und Barcelona, die sich in den letzten Jahren zu einem der global erfolgreichsten Architekturbüros entwickelt hat. Nach Abschluss seines Studiums in Kopenhagen und Barcelona sowie erster Berufserfahrung bei Rem Koolhaas (OMA) in Rotterdam, machte er sich 2001 mit dem Architekturbüro PLOT selbstständig, das 2006 zu BIG wurde.

Der dänische Architekt gehört derzeit zu den weltweit gefragtesten Planern und lehrt an verschiedenen namhaften Universitäten. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er bereits mit seinen ersten Projekten, „The Mountain“ und „8 House“, sozialen Wohnbauten in Ørestadt, dem wichtigstem Stadtentwicklungsprojekt in Kopenhagen. An Ingels´ Werk wird sein großes Interesse an der vollständigen Einbeziehung der Gesellschaft und der Auseinandersetzung mit den Herausforderungen unserer Zeit deutlich, welches ihm Anerkennung weit über die Architekturszene hinaus eingebracht hat. So sind seine Gebäude nicht nur architektonisch spektakulär und schaffen neue Möglichkeiten für Interaktion, sondern setzen auch neue Maßstäbe in puncto Nachhaltigkeit.

Auf internationaler Ebene stellt, neben dem hybriden „Courtscaper“ Via 57 in New York, die Planung des „2 World Trade Center“ – die den Entwurf von Lord Norman Foster ablöste – einen seiner größten Erfolge dar. 2016 gestaltete Ingels einen Pavillion für die Serpentine Gallery in London. Neben vielen internationalen Projekten in Asien, in der Schweiz und seiner Wahlheimat, den Vereinigten Staaten, bleibt Ingels auch seinem Herkunftsland

Dänemark treu. Das Müllheizkraftwerk „Copenhill“, ist das beste Beispiel für seine Vision, Grenzen zu verschieben und Außergewöhnliches zu schaffen, um die Welt zu verbessern: Es versorgt nicht nur Großteile Kopenhagens mit Energie und produziert mehr sauberes Wasser als es verbraucht, sondern dient – durch die Gestaltung des Dachs – als Skipiste und Naherholungsgebiet. Somit ist das Projekt sowohl aus ökologischer und wirtschaftlicher als auch aus gesellschaftlicher Perspektive nachhaltig und wird schon jetzt als neues Wahrzeichen von Kopenhagen gehandelt. Das BIG U-Projekt, ein Schutz der Spitze Manhattans vor Sturmfluten und Überschwemmungen, ist ein weiteres Beispiel seines innovativen Schaffens, das das urbane Erscheinungsbild verändert und die Lebensqualität verbessert, ohne an Funktionalität einzubüßen. Jüngstes Projekt eines interdisziplinären Teams um Ingels ist der ambitionierte Entwurf einer schwimmenden, sich selbst versorgenden Stadt, Oceanix City, die Tsunamis, Hurricanes und Überschwemmungen standhalten soll und Anfang April 2019 der UN vorgestellt wurde.

Der Stararchitekt zeigt der Welt, wie saubere Technologie nahezu grenzenlose Möglichkeiten bietet und beweist, dass soziale Verantwortung und architektonische Verspieltheit sich nicht gegenseitig ausschließen. Ingels betrachtet Architekten als mehr als bloße Planer von zwei-dimensionalen Fassaden oder drei-dimensionalen Bauten; seiner Meinung nach ist es die Aufgabe von Architekten, Ökosysteme zu schaffen – in ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht. Ingels hat den Begriff der „hedonistischen Nachhaltigkeit“ geprägt und mit seinem Werk bewiesen, dass nachhaltige Architektur nicht als moralische Aufopferung, Verlust von Lebensqualität oder politisches Dilemma gesehen werden muss, sondern primär als Gestaltungsherausforderung und Motivation dienen kann, die Lebensqualität von Menschen und Gemeinschaft zu verbessern.

 

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