Drei Partnerschaften, drei unterschiedliche Wege und eine gemeinsame Idee: Internationale Zusammenarbeit kann mehr sein als eine klassische Lieferbeziehung. Diese drei Unternehmenspartnerschaften konnten sich unter den Nominierten durchsetzen und überzeugten die Jury.

Mit der Nominierung von Naturamus und LIMBUA für das Finale des Internationalen Deutschen Nachhaltigkeitspreises würdigt die Jury eine langjährige Partnerschaft, die nachhaltige Rohstoffbeschaffung mit lokaler Wertschöpfung, ökologischer Landwirtschaft und der wirtschaftlichen Stärkung kleinbäuerlicher Strukturen in Kenia verbindet.
Besonders überzeugt die Jury, dass die Zusammenarbeit weit über eine klassische Lieferantenbeziehung hinausgeht. Naturamus unterstützt LIMBUA durch Beratung, Wissenstransfer, Finanzierung, Marktzugang und die gemeinsame Entwicklung neuer Produkte. Ziel ist dabei nicht allein der Bezug hochwertiger Bio-Rohstoffe, sondern die langfristige wirtschaftliche Eigenständigkeit des Partners und der Aufbau möglichst großer Teile der Wertschöpfung vor Ort. Seit Beginn der Partnerschaft 2015 ist die Zahl der beteiligten Kleinbäuerinnen und Kleinbauern von rund 4.000 auf mehr als 9.000 gestiegen; 400 von ihnen sind inzwischen Demeter-zertifiziert. Höhere und fairere Einkommen tragen dazu bei, die Lebensbedingungen der Kleinbauernfamilien langfristig zu verbessern.
Die Jury hebt insbesondere den gemeinschaftlichen und ganzheitlichen Charakter der Partnerschaft hervor. Gemeinsam werden auch Herausforderungen jenseits der unmittelbaren Produktion von Macadamianüssen und Avocadoöl adressiert, jedoch ist geplant, auf weitere Produkte zu erweitern. Agroforstsysteme, biodynamische Landwirtschaft und lokale Kreisläufe verbinden darüber hinaus Biodiversitätsschutz und Ressourcenschonung mit wirtschaftlicher Entwicklung. Gerade dieses gemeinsame umfassende Weiterdenken der lokalen Wertschöpfung wurde in der Jury als besondere Qualität der Partnerschaft hervorgehoben.
Für die Jury zeigt die Partnerschaft damit beispielhaft, wie internationale Zusammenarbeit auf Augenhöhe nachhaltige Landwirtschaft, lokale Verarbeitung und langfristige wirtschaftliche Perspektiven miteinander verbinden kann.
naturamus.de
Mit der Nominierung von Midsona und Ibis Rice für das Finale des Internationalen Deutschen Nachhaltigkeitspreises würdigt die Jury eine Partnerschaft, die nachhaltige Landwirtschaft mit dem Schutz wertvoller Ökosysteme und der wirtschaftlichen Entwicklung kleinbäuerlicher Gemeinschaften in Kambodscha verbindet.
Besonders überzeugt die Jury der ganzheitliche Ansatz und sein Potenzial für eine breite Wirkung. Reis ist ein weltweit bedeutendes Grundnahrungsmittel und bietet entsprechend einen großen Hebel für eine nachhaltigere Landwirtschaft. Im Ibis-Rice-Programm verbinden sich ökologischer Reisanbau, der Verzicht auf Entwaldung und chemische Düngemittel sowie der Schutz bedrohter Tierarten mit konkreten wirtschaftlichen Perspektiven für inzwischen mehr als 2.700 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern.
Die seit 2016 bestehende Partnerschaft geht dabei deutlich über eine klassische Lieferbeziehung hinaus. Midsona unterstützt Ibis Rice unter anderem durch Vorfinanzierung, Marktentwicklung und Vertrieb; Ibis Rice reinvestiert als Social Enterprise seine Erlöse vollständig in das Projekt. Garantierte Abnahmepreise von mindestens 50% über dem lokalen Marktpreis, um mehr 41,45% höhere Erträge und zusätzliche Einkommensmöglichkeiten stärken zugleich die wirtschaftliche Perspektive der beteiligten Farmer.
Die Jury sieht in der Partnerschaft damit ein überzeugendes Beispiel dafür, wie der Anbau eines weltweit relevanten Grundnahrungsmittels zum Hebel für Biodiversitätsschutz, Klimawirkung und stabile lokale Einkommen werden kann.
davert.de
Mit der Nominierung von followfood und Horizon Fisheries für das Finale würdigt die Jury eine langfristig gewachsene Partnerschaft, die beispielhaft zeigt, wie ökologische Verantwortung, soziale Standards und wirtschaftliche Interessen miteinander verbunden werden können.
Seit 2014 arbeiten beide Partner daran, die traditionelle Pole-&-Line-Fischerei auf den Malediven zu stärken und handgeangelten Thunfisch erfolgreich im europäischen Markt zu etablieren.
Besonders überzeugt die Jury, dass die Kooperation lokale Wertschöpfung und Eigenständigkeit auf den Malediven stärkt. Die vollständige Verarbeitung und Verpackung erfolgt vor Ort; langfristige Abnahmemengen schaffen Investitionssicherheit. Horizon Fisheries baut zugleich eigene Strukturen und Marktchancen weiter aus. Genau diese Verbindung von verlässlicher wirtschaftlicher Zusammenarbeit, lokaler Ownership und langfristiger Perspektive wurde in der Jury als besondere Stärke der Partnerschaft hervorgehoben.
Auch die soziale Wirkung geht über die Lieferbeziehung hinaus: Fair-Trade-Prämien finanzieren unter anderem Trinkwasserversorgung, Schulausstattung und Arbeitssicherheit. Der Ausbau von Solarenergie und weiteren Fair-Trade-konformen Anlandeorten zeigt zudem, dass die Partnerschaft kontinuierlich weiterentwickelt wird.
Die Jury sieht in der Partnerschaft damit ein überzeugendes Beispiel dafür, wie nachhaltigere Produktionsweisen durch eine langfristige Zusammenarbeit auf Augenhöhe für beide Partner wirtschaftlich tragfähig und im Markt wirksam werden können.
followfood.de