Das sind die Sieger und Finalisten

Vorbilder der Transformation.

Mit dem Sonderpreis fokussiert der DNP die Felder, in denen der Handlungsbedarf am größten ist, um das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung zu erreichen. Die Transformationsfelder leiten sich aus der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und aus der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung ab.

Aus den Branchenbesten hat die Jury des DNP sektorübergreifend jene Unternehmen ausgesucht, die besonders wirksame und vorbildliche Beiträge in den wichtigsten Transformationsfeldern geleistet haben, und damit als besondere Beispiele Motivation in die Breite tragen können. Die Assessmentpartner von PwC Deutschland und Prof. Dr. Stefan Schaltegger, Professor für Nachhaltigkeitsmanagement und Leiter der CSM Leuphana Universität Lüneburg, betrachteten dazu nur noch die Besten jeder Branche.

Jedes der Unternehmen ist dem für seine Branche relevantesten Transformationsfeld zugeordnet: Klima, Ressourcen, Natur oder Gesellschaft. In diesem Feld kann der Sonderpreis zuerkannt werden. Für jedes Transformationsfeld haben die Assessmentpartner anhand der vorliegenden Daten, welche der Unternehmen die branchenübergreifend wirksamsten und beispielhaftesten Nachhaltigkeitsleistungen zeigen einen Sieger ermittelt. Die Sieger der Sonderauszeichnung sind am Abend des 5. Dezember und ausgezeichnet worden.

Die Sieger und Finalisten.

Transformationsfeld Klima

Das Pariser Klimaziel ist mit bisherigen Maßnahmen nicht erreichbar; die Welt steht vor der Auslösung gefährlicher Kipppunkte im Klimasystem. Es braucht bei Energie, Gebäuden, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft eine schnelle Dekarbonisierung hin zur Klimaneutralität. Unternehmen können sowohl durch eigene Maßnahmen und mit Partnern in der Wertschöpfungskette als auch durch Produkte und Lösungen für Kunden entscheidende Beiträge für den Klimaschutz leisten. Welches sind Produkte, Maßnahmen und Lösungen, die die Sieger des Unternehmenswettbewerbs anbieten?

Neben Klimaschutz braucht es Klimarisikomanagement und Schutzmaßnahmen, um sich resilient an Klimarisiken anzupassen. Dabei ist die mediale Dominanz der letzten Jahre vorüber. Andere Themen absorbieren die Aufmerksamkeit in Politik und Öffentlichkeit. Die klimapolitische Debatte wird polarisierter: Stehen wir am Anfang eines Kulturkampfs in der Gesellschaft, in der beschlossene Ziele und eingeschlagene Wege in Frage gestellt und abgeändert werden? Wie sollte sich die Zivilgesellschaft aber auch Unternehmen positionieren?

Transformationsfeld Ressourcen

Im Feld Ressourcen entscheiden sich einige der wichtigsten Fragen der Transformation: Nur ein geringer Teil aller der Erde entnommenen Rohstoffe werden in Kreisläufe zurückgeführt. Mit jetzigen Lösungen und Lebensstilen verbraucht ein Land wie Deutschland ein Übermaß an von der Erde regenerierbaren Ressourcen. Nur eine Transformation in ressourcenschonende Kreisläufe – biologisch und/oder technisch – kann die Lösung sein.

Unternehmen spielen eine entscheidende Rolle durch Cradle-to-Cradle© Produktdesign, Entwicklung von kreislauffähigen Materialien und Gestaltung von Kreislaufsystemen und Circular Business Models inkl. Reduce, Reuse, Recycle-Ansätzen. Neben Produktrohstoffen fallen auch der Wasserverbrauch und das Nutzen von Wasserressourcen in das Transformationsfeld.

Transformationsfeld Natur

Laut dem Living Planet Report 2022 des WWF sind die Wildtierpopulationen in den letzten 50 Jahren um durchschnittlich 69 % zurückgegangen. Die Wissenschaft prognostiziert das 6. große Massenaussterben. Gehen Arten verloren, werden Ökokreisläufe gestört. Die Klimakrise setzt Böden, Wäldern und maritimen Ökosystemen wie Korallen durch Übersäuerung existenziell zu. Konventionelle Landwirtschaft und intensive Tierhaltung beeinträchtigten Wälder, Böden, Artenvielfalt und Grundwasser. Dies hat massive Auswirkungen auf unsere Existenzgrundlagen.

Der Schutz der Artenvielfalt auf der Erde gehört daher zu den zentralen Herausforderungen. Biodiversität zu wahren und zurückzugewinnen wird nur gelingen, wenn Unternehmen dazu beitragen. Wie ist das Verhältnis zwischen Wirtschaft und Biodiversität (neu) zu denken? Inwiefern ist das Thema für Unternehmen unmittelbar relevant? Wo gehen Unternehmen mit gutem Beispiel voran? Wie lassen sich Fortschritte messen und transparent Kommunizieren? Wo bilden sich bereits neue Geschäftsmodelle? Wo liegen Zukunftschancen?

Transformationsfeld Gesellschaft

Zentraler Treiber der Transformation ist die soziale Wirkung des Unternehmens auf Gemeinschaften z.B. am eigenen Standort, in Rohstoffstandorten und gegenüber Konsument:innen. Zu viele Menschen arbeiten noch zu ausbeuterischen Löhnen und unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen.

Unternehmen können mit Lösungen auf Augenhöhe "Win-Win"-Beispiele setzen und damit eine Aufwärtsspirale sozialer Entwicklung weltweit befördern. Gegenüber dem Endkunden wirken Unternehmen z.B. bei bezahlbarem Wohnen, Bildung, Gesundheit, Datenschutz oder Verbraucherschutzthemen. Durch positiven Impact können sie gesellschaftlichen Zusammenhalt befördern und Spaltung entgegenwirken.

Transformationsfeld Wertschöpfungskette

Globale Wertschöpfungsketten verbinden Rohstoffgewinnung, Produktion, Logistik und Nutzung – und zeigen, wie eng soziale und ökologische Verantwortung verknüpft sind. Viele Lieferketten bergen weiterhin Risiken: Umweltzerstörung, schlechte Arbeitsbedingungen, Intransparenz und hoher Ressourcenverbrauch. Neue gesetzliche Vorgaben erhöhen Druck und Erwartungen.

Nachhaltige Wertschöpfung heißt, Risiken früh zu erkennen, Daten transparent zu machen und Partnerschaften fair zu gestalten. Unternehmen können entscheidend beitragen – durch verantwortliche Beschaffung, klare Sorgfaltsprozesse und kreislauffähige Lösungen.
Wo entstehen bereits positive Beispiele? Wie gelingt eine resilientere, gerechtere und ressourcenschonendere Gestaltung der Wertschöpfung?